Für Menschen, die sich aus rein persönlichen Gründen nicht gegen das Corona-Virus impfen lassen möchten, wird die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ab Herbst voraussichtlich unbequemer und teurer. Besuche in Restaurants und Kinos, Hotelübernachtungen, Veranstaltungen, selbst Treffen im Bekanntenkreis werden für sie mit höherem Aufwand und mehr Ausgaben verbunden sein. Dann nämlich, wenn die Bundesregierung ihre Pläne durchsetzt, dass ab Mitte Oktober ungeimpfte Menschen die Corona-Schnelltests selber zahlen müssen, die für ebensolche Unternehmungen gefordert werden. Nur für Personen, die nicht geimpft werden können oder für die keine allgemeine Impfempfehlung vorliegt, wie Schwangere oder Kinder und Jugendliche, soll es weiterhin kostenlose Schnelltests geben. Das ist nur konsequent. Schließlich ist es der Allgemeinheit nicht zu erklären, warum die Steuerzahler die Folgekosten tragen sollen, wenn Menschen sich nicht impfen lassen wollen. Dass Geimpfte weiterhin für die Tests Ungeimpfter bezahlen sollen, ist falsch verstandene Solidarität. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn Ungeimpfte künftig für ihre Tests selbst bezahlen, leisten sie einen Beitrag der Solidarität für die Gesamtgesellschaft.
Corona-Pläne der Regierung Ein Ende der Gratis-Tests wäre kein Wortbruch
Meinung | Berlin · Die Bundesregierung will, dass ungeimpfte Menschen ab dem Herbst ihre Corona-Schnelltests selber zahlen müssen. Das wäre legitim und richtig. Trotzdem sind noch Fragen offen.
04.08.2021
, 18:55 Uhr