Abstruse Forderung

Zum Artikel "Faltblatt-Streit: Katholikenrat auf Anti-CDU-Kurs" (TV vom 22./23. Januar):

Die Forderung, den Sport- und Schwimmunterricht für Jungen und Mädchen zu trennen, ist abstrus. Ihr nachzugeben, ist mir nicht erklärbar.

Vor der Frage nach der zugrunde liegenden Ideologie, die ich hier gar nicht behandeln will, stellt sich zunächst schon die Frage nach der praktischen Umsetzung.

Ein nach Geschlechtern getrennter Sport- und Schwimmunterricht würde auch erfordern, dass nur Lehrpersonal des entsprechenden Geschlechts eingesetzt werden dürfte. Haben wir diese Auswahl an jeder Schule?

Auch die Sport- und Schwimmhallenkapazität müsste verdoppelt werden. Ist das möglich in einer Zeit, in der öffentliche Schwimmbäder eher geschlossen als neu eröffnet werden?

Zudem würde die zusätzlich erforderliche Zuordnung von Sportanlagen zu Lehrerinnen und Lehrern einen organisatorischen Mehraufwand bedeuten, den wir unseren Schulen nicht auch noch zumuten sollten.

Dass durch getrennten Sportunterricht für Mädchen und Jungen die Integration in unsere Gesellschaft gefördert wird, halte ich für unwahrscheinlich, eher für kontraproduktiv. Und dieser ganze Aufwand also für eine abwegige Idee?

Insgesamt ist ein Eingehen auf die Forderung nach einem nach Geschlecht getrenntem Sport- und Schwimmunterricht aus meiner Sicht nicht zu verantworten.

Steuergelder und Arbeitsaufwand können sinnvoller genutzt werden. Der Katholikenrat im Bistum Trier sollte seine Stellungnahme in dieser Sache überdenken; seine Autorität ist hier gefährdet.

Heinz Schlöder, Longuich

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