Alle Jahre wieder

Wir laden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zum Dialog ein. Sagen Sie uns Ihre Meinung! Das Motto: Leser fragen - die Chefredaktion antwortet.

Ulrike Haab aus Rittersdorf schreibt: Seit vielen Jahren bin ich Abonnentin des TV und muss leider sagen, dass ich mich am 24. Dezember über die ganzseitige Ansprache des Bischofs Ackermann geärgert habe. Denn im Rahmen der Religionsfreiheit in Deutschland und auch in der Eifel und im Hunsrück, ja sogar in Trier - ich bin übrigens nichts - hätte ich es sehr begrüßt, wenn auch Vertreter anderer Religionen in der Zeitung zu Wort gekommen wären und man nicht nur der katholischen Kirche so viel Raum gegeben hätte.

Liebe Frau Haab,

vielen Dank für Ihre Zuschrift. Alle Jahre wieder stehen die Zeitungsmacher landauf, landab vor der Herausforderung, ihren Lesern zu Weihnachten eine schnieke und gediegene Ausgabe zu präsentieren. Und alle Jahre wieder suchen Redakteure möglichst originelle Antworten auf die immergleiche Frage: Hmm, was bringen wir bloß diesmal zum Fest? Etwas Besonderes muss es sein, etwas nicht Alltägliches, jenseits des schnöden Nachrichten-Geschäfts, das sich ja allzu oft um Stress und Skandal dreht, um Krieg und Krise, um Mord und Totschlag. Der Auftrag: Findet besinnliche Themen, emotional anrührende Geschichten, beschauliche Fotos - und lasst das Publikum ein wenig verschnaufen.

Die Volksfreund-Redaktion hat sich heuer für einen Gastbeitrag des Trierer Bischofs Stephan Ackermann entschieden (kleiner und im Innenteil: die Weihnachtsbotschaft von Margot Käßmann, Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, und die Rubrik "Glaube im Alltag" mit Super indendent Christoph Pistorius in Trier sowie Dekanatsreferent Manfred Sohns in der Eifel). Ein Überblick über die Titel-Storys in den Jahren zuvor:

die Weihnachtsgeschichte, erzählt im Stil der Kinder-Nachrichten (2008).

eine Reportage aus Israel ("Bethlehem ist eine Insel"/2007),

Gedanken des damaligen Bischofs Reinhard Marx (2006),

eine Kurzgeschichte des Schriftstellers Jacques Berndorf ("Heiner spricht mit den Fischen"/2005),

die Erinnerungen von Zeitzeugen aus der Region an die Kriegsweihnacht vor sechzig Jahren (2004),

der erschütternde Bericht einer Frau, die alt, krank und einsam im Heim lebt (2003).

Sie sehen: Öfter mal was Neues. Und nur manchmal klerikal.

Werfen wir noch einen Blick auf die aktuellen Weihnachts-Titel anderer Medien: "Der Spiegel", Zentralorgan des investigativen Journalismus, fragt brav: "Wer hat den stärkeren Gott? Islam und Christentum: Der ewige Zwist". Der "Stern" klärt auf: "Jesus, Maria und Josef. Die Heilige Familie. Was ist dran an der Weihnachtsgeschichte?"

Die "Welt" säuselt: "'Fröhliche Weihnacht überall!' tönet durch die Lüfte froher Schall". Die FAZ geht das Fest ebenso wie die "Süddeutsche" ironisch an: "Schöne Bescherung" (illustriert mit einem Foto zu Schumis Rückkehr in die Formel 1 beziehungsweise zum Hochwasser in Venedig). Und die "Frankfurter Rundschau" schmettert: "Sti-hil-le Nacht, heilige Nacht".

Alles Gute im neuen Jahr und herzliche Grüße!

Peter Reinhart, stellvertretender Chefredakteur

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