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Europa: Alle Sprachen? Weit gefehlt!

Europa : Alle Sprachen? Weit gefehlt!

Zum Artikel „Die Briten gehen, ihre Sprache bleibt“ (TV vom 30. Januar) schreibt Paul R. Woods:

Die Aussage „jeder Bürger kann sich in seiner Sprache an die Brüsseler Behörden wenden …“ bedarf des Zusatzes „solange er oder sie sich einer der 24 offiziellen Sprachen bedient“.

Also weder eine der friesischen Sprachen, Walisisch, Baskisch, Provenzalisch, Katalanisch und noch eine der vielen anderen Lokalsprachen; von den Sprachen der Sinti und Roma ganz zu schweigen (Quelle: Haarmann „Sprachen Europas“ bei dtv).

Auch musste der Dolmetscherdienst sich umorientieren, weil Übersetzungen beispielsweise von Estnisch (finnisch-ugrische Sprachgruppe) ins Maltesische (west-arabische Sprachgruppe) nicht mehr direkt möglich waren, weil sich keine qualifizierten Personen fanden, die beide Sprachen beherrschten. Ähnliche unpassende Kombinationen fanden sich auch bei anderen Sprachen. Also zunächst in eine der Arbeitssprachen, als da wären: Französisch, Englisch oder Deutsch.

Paul R. Woods, Neumagen-Dhron