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Allein das Bemühen zu mehr Solidarität würde viel zur Befriedung beitragen

Leserbrief : Allein das Bemühen zu mehr Solidarität würde viel zur Befriedung beitragen

Atomwaffen

Zu den Artikeln „Es sollte ein Signal von Büchel ausgehen“ (TV vom 26./27. Juni) und „Maas verteidigt Verbleib von Nuklearwaffen in Deutschland“ (TV vom 6. Juli) und zum Leserbrief „Atomwaffen haben Kriege verhindert“ (TV vom 10. Juli):

Aus dem Leserbrief vom 10. Juli spricht ein zutiefst pessimistisches Menschenbild. Wer könnte bestreiten, dass es eine gewisse Berechtigung hat? Trotzdem muss ihm widersprochen werden.

Die „Kriege“ waren zunächst einmal simple Raubzüge und wurden nicht geführt, weil sie „militärisch gewinnbar waren“, sondern weil der Mensch seit Anbeginn ein natürliches Aggressionspotential mit sich herumträgt.

Hinzu kommt, dass er schon immer von einer Gier besessen war nach mehr Besitz, mehr Macht, mehr sozialem Ansehen und neidisch wurde, wenn andere erfolgreicher waren in der Gestaltung ihres Lebens.

Dass daraus echte „Kriege“ wurden, wissen wir aus den Geschichtsbüchern. Leider steht in diesen nicht das Leid der Opfer, sondern der Ruhm des „Feldherrn“ im Vordergrund. Die besten, aber nicht die einzigen Beispiele sind Alexander der „Große“ und Gaius Julius Caesar. Kein Wunder, dass die „Erfolge“ der „Krieger“ im Vordergrund standen, und viele diesen nacheifern wollten. Aber ist es notwendig und sinnvoll, gegen diese sich mit immer stärkeren Geschützen zu wappnen?

Haben wir nicht aus den Geschichtsbüchern auch lernen müssen, dass jede neu erfundene Waffe auch angewendet wurde? Sind wir sicher, dass das mit diesen Waffen nicht geschieht – und sei es aus Versehen? Als vor vielen Jahren in der Atombombenzentrale in Russland ein Computerfehler einen amerikanischen Angriff anzeigte, hätte der diensthabende Offizier laut Vorschrift auf den berühmten „roten Knopf“ drücken müssen. Zum Glück hatte er das nicht getan, sondern gewartet, bis der Fehler gefunden war.

Es wäre wichtig, die Mechanismen offenzulegen, die diesem Irrsinn zugrunde liegen. Dazu müssten allerdings die Geschichtsbücher auf eine andere Grundlage gestellt und die psychischen Vorgänge, die den „Kriegen“, die in Wirklichkeit immer noch Raubzüge sind, zugrundeliegen, aufgedeckt werden. Es müssten aber auch die Lebensverhältnisse der Menschen so verändert werden, dass der Faktor „Neid“ keine Rolle mehr spielt. Das würde aber eine bewusst bescheidenere Lebensweise verlangen. Aber warum sollte sie unmöglich sein?

Dies ist nicht von heute auf morgen und nicht in vollem Umfang zu erreichen. Aber allein das Bemühen zu mehr Solidarität würde viel zur Befriedung beitragen, auch indem es den potenziell aggressivsten unserer Mitbürger, die meistens auch noch manipuliert sind im Sinne der aggressivsten Anführer, den Wind aus den Segeln nimmt.