1. Meinung
  2. Leserbriefe

Politik: Also los, meine Damen

Politik : Also los, meine Damen

Zum Leserbrief „Unsägliche Diskussion“ (TV vom 25./26. Juli) sowie zum Artikel „CDU ringt um eine Frauenquote“ und zum Kommentar „Zwei dicke Bretter“ (TV vom 8. Juli) schreibt Rosi Nieder:

Der Meinung von Wolfgang Stein aus Monzelfeld kann ich – aus weiblicher Sicht – nur voll zustimmen. Auch ich finde, dass es nichts mit Gleichberechtigung zu tun hat, wenn man Frauen in der Politik „an den Haaren herbeiziehen“ will. Natürlich ist es wünschenswert, dass sich mehr Frauen engagieren.

Wer das möchte, hat heute aber durchaus die Möglichkeit dazu und muss nicht mehr gegen Vorurteile kämpfen, wie ich es damals tun musste, als ich in den 80er Jahren als erste Frau in den Gemeinderat gewählt wurde (mittlerweile sind es einige, und Herforst hat eine Bürgermeisterin).

Seit meiner frühen Jugend habe ich mich für die Gleichberechtigung von Frauen engagiert. Damals, als Mädchen noch schlechtere Bildungschancen hatten (die heiraten ja sowieso) und auch später, als wir Frauen mit gleicher Qualifikation Männern gegenüber immer weniger verdient haben und schlechtere Aufstiegschancen hatten. Dass das leider heute noch so ist, muss dringend geändert werden.

Dass man aber in der Politik unbedingt auf Frauenquoten besteht, ist meiner Meinung nach der absolut falsche Weg. Wer möchte denn schon als Quotenfrau auf einer Liste stehen? Und welcher kompetente Mann möchte wegen einer Quotenfrau, die möglicherweise zur Kandidatur überredet wurde, auf sein Engagement verzichten? Gleichberechtigung heißt doch nicht gleiche Anzahl, sondern gleiche Rechte und Chancen. Die haben wir Frauen, zumindest in der Politik.

Also los, meine Damen, wenn Sie das möchten, engagieren Sie sich. Aber bitte ohne Quote.

Rosi Nieder, Herforst