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leserbriefe
Archaische Ansichten

Zum Artikel „Reicht Erdogans Arm bis ins Land?“ und zum Kommentar „Islamverbände sind blamiert und stehen in Bringschuld“ (TV vom 30. August) schreibt Monika Wächter:

Als ich im TV las, dass unsere Landesregierung plant, Islamunterricht an den öffentlichen Schulen voranzutreiben, war ich spontan fassungslos. Weil ich der Ansicht bin, in einem Staat, in dem eine Trennung von Staat und Kirche sogar im Grundgesetz verankert ist, was aber de facto noch keineswegs der Fall ist, sollte jegliche Religion Privatsache sein!

Allenfalls einen verpflichtenden und gemeinsamen Ethikunterricht für alle Schüler halte ich – wie viele andere Menschen – für sinnvoll, der zum einen die historischen Wurzeln der unterschiedlichen Religionen, die der Mensch in seiner Evolutionsgeschichte selbst erfunden hat, objektiv analysiert, und zum anderen ethische Werte auf der Grundlage der Internationalen Menschenrechte vermittelt! Sonst müsste beispielsweise doch auch Unterricht der Zeugen Jehovas an Schulen eingeführt werden!

Will unsere Gesellschaft wirklich moralische Kategorien staatlich vermitteln, die im Islam gefordert werden, wie Verhüllung der Frau, archaische Ansichten, was als unrein zu betrachten ist, Hunde, Schweine und so weiter?

Jegliche Theologie als wissenschaftliche Fakultät ist schon ein Witz, weil es ausschließlich nur historisch/wissenschaftlich gesicherte Analysen geben dürfte! Somit stehe ich als Humanistin für einen Ethikunterricht und nicht für die Vermittlung überholter, archaischer Ansichten!

Monika Wächter, Wittlich