Astronomie

Zum Artikel über die Entdeckung des Planeten 55 Cancri e (TV vom 13. Oktober) und zu den Geheimnissen des Weltalls:

Jede Woche entdecken Astronomen einen neuen Planet in einem weiteren fremden Sonnensystem. Ein erdähnlicher Planet mit Leben wurde zwar noch nicht gefunden, dafür aber Planeten mit sehr eigenartigen Umgebungen und Oberflächeneigenschaften. Sicherlich wird eines Tages ein Planet entdeckt, auf dem es Leben gibt, in welcher Form auch immer. Kürzlich haben Astronomen einen exotischen Planeten in 40 Lichtjahren Entfernung entdeckt: der Diamantplanet 55 Cancri e (ein Lichtjahr ist die Entfernung, welches das Licht mit 300 000 km pro Sekunde in einem Jahr zurücklegt). Er ist doppelt so groß wie die Erde und besteht zu fast zwei Dritteln aus Graphit und Diamant. Gut möglich, dass dort große Rohdiamanten verstreut im Graphitboden liegen. Technisch sind wir nicht in der Lage, dorthin zu gelangen, ganz abgesehen davon, dass es dort mit über 2100 Grad heiß ist, weil der Planet sehr nah am Zentralstern ist. Wie die Umgebung, die Atmosphäre und die Landschaft solcher Planeten beschaffen sein könnten, ist für uns schwer vorstellbar. Es gibt Planeten mit gähnenden Weiten, aber auch mit bizarren Geländeformen, mit extremen Bedingungen (glühend heiß, klirrend kalt) oder eigenartigen Atmosphären. Es gibt Welten, wo es flüssiges Eisen regnet, weil es dort über 5000 Grad heiß ist und Wolken aus Eisendampf den glühenden Himmel bedecken, wieder andere mit Ozeanen aus flüssigen oder gefrorenen Gasen wie Argon oder Wasserstoff. Exotische Planetenlandschaften, wo Gold, Silber, Kupfer oder Zink wie Skulpturen aus dem Boden ragen und der Himmel von seltsamen Wolkenformationen geprägt ist oder von vielen Monden wie bei Jupiter und Saturn. In manchen Regionen unserer Galaxie ist der Nachthimmel voller Sterne, die wie Diamanten funkeln, wo es niemals ganz dunkel wird, wo riesige Materiewolken die Umgebung bestimmen und der Himmel die Schönheit des Weltalls wie eine Theaterbühne präsentiert. Erst recht finden wir bizarre Planetenwelten in der Umgebung von Neutronensternen, wo die Oberfläche der Planeten durch die Supernovaexplosion des Zentralsterns extrem verformt wurde. Sicherlich gibt es in fremden Sonnensystemen auch Planeten, wo es Leben in für uns unvorstellbaren Formen gibt, Pflanzen mit riesigen Ausmaßen, exotische Tierwelten, bizarre Insekten oder Riesenquallen, die in der Atmosphäre schweben. Und genauso könnte es Planeten geben, wo eine uns weit überlegene Zivilisation existiert. Ich bin fasziniert davon. James Webb, Mettendorf