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Ihre Meinung: Auch 150 Waschmaschinen, 150 Geschirrspüler, 150 Duschen und Badewannen wollen vom Netz gespeist werden

Ihre Meinung : Auch 150 Waschmaschinen, 150 Geschirrspüler, 150 Duschen und Badewannen wollen vom Netz gespeist werden

Wohnungsbau

Zum Artikel im TV vom 3. August, „Investor plant 150 neue Wohnungen“, diese Lesermeinung:

„Lichter und Huber sind sich bewusst, dass diese Pläne Aufregung und Widerstand im Quartier erzeugen. Der Stadtrat muss Farbe bekennen.“ So steht es im Artikel.

So sehr die Wohnungen begrüßt werden, muss man auch berücksichtigen, dass 150 Waschmaschinen, 150 Geschirrspüler, 150 Duschen und Badewannen vom Netz gespeist werden wollen und das Abwasser auch den Weg zur Kläranlage finden muss. Ist das Wassersystem für all die Ideen standhaft?

Mindestens 150 Autos kommen auch auf so ein Bauprojekt. Dann die Massen von Oberflächenwasser. Gibt es hier überhaupt noch eine Versickerung?

Nach der Flut in Ehrang und Überlastung des Kanalsystems habe ich mich mit dem Thema befasst und mal berechnet, wie viel Oberflächenwasser bei zehn Zentimeter Regenmenge auf meinem Baugrundstück anfällt. Das Regenwasser ist hier nicht von dem Abwasser-Kanalsystem getrennt. Der Kanal in der Quinterstraße ist aus dem Jahr um 1930.

In all den Jahren wurden Einfamilien-Häuser als Mehrfamilien-Häuser um- und an-/neu gebaut und an das Versorgungsnetz angeschlossen.

Sogar schaffte man es, ein Acht-Parteienhaus auf kleinstmöglichen Grundstück zu bauen und den Garten, der bis dato ja Oberflächenwasser aufgenommen hatte, auch noch mit zwei Einfamilienhäusern zu bebauen mit einer umlaufenden Grasnarbe.

Hier sind die Kommunen und die Bauämter gefragt, die oft dem „kleinen“ Bauherren Bedingungen aufzwingen, aber bei Investoren unterschiedliche Maßstäbe ansetzen, zum Beispiel genügend Parkplätze nachzuweisen. Alles hat seine Grenzen.