Leserbrief Auch den Seelsorgern einmal danken

Missbrauchsskandal

 Zu den Artikeln „Benedikts Waterloo“, „Der Platz von Reinhard Marx bleibt leer (beide TV vom 21. Januar) und „Kardinal Marx wackelt, aber weicht nicht“ (TV, 28. Januar):

Mit vollem Recht häuft sich die Kritik an der Institution Kirche – diesem  immens großen „Apparat“ in Rom mit seiner Machtfülle und dem Aufwand in den Bistümern. Ausdrücklich erwähne ich auch, dass mir der Ausschluss von Frauen aus jedem „Amt“ nicht zeitgemäß erscheint (und noch nie erschien).

Kürzlich nahm ich zur Kenntnis, dass im Erzbistum München und Freising etwa 5,5 Milliarden Euro auf Konten liegen. Ein Prozent dieser Summe hätte den Menschen im Ahrtal oder den Missbrauchsopfern gutgetan!

Ich frage mich als Christ: Wo ist hier der Sinn hinter dem Evangelium und besonders hinter der Bergpredigt zu erkennen? In unserer Kirche regiert „pecunia“ – und das ist keine gute Botschaft für das „Teilen und Dienen“. Genau das aber fordert Christus von uns ein: Solidarität und Gerechtigkeit.

Mir ist es persönlich wichtig, den vielen Seelsorgern einmal aufrichtig zu danken. Es sind gewiss keine leichten Zeiten für diejenigen, die den Begriff „Missbrauch“ bisher nicht kannten. Alle mir bekannten Priester – man muss es auch einmal laut aussprechen dürfen – waren immer für die Menschen da. Ob im Altenheim, im Krankenhaus, im Kinderhospiz oder in privaten Wohnzimmern.

Ich möchte darum bitten, auch einmal diese Sicht zu bedenken. Ich jedenfalls verliere meinen Glauben nicht, nur weil derzeit institutionell so vieles aus dem Ruder läuft.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort