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Soziales: Auf dem Holzweg

Soziales : Auf dem Holzweg

Zur Berichterstattung über die Debatte um die Erhöhung des Mindestlohns schreibt Josef Alten:

Ein Dilemma, auf den Mindestlohn angewiesen zu sein. Man schuftet durchschnittlich 168 Stunden im Monat bei 21 Arbeitstagen für ein erbärmliches Salär von 9,35 Euro Stundenlohn (rund 1570 Euro im Montag). Der Mindestlohn soll schrittweise zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben werden. Bundeswirtschaftsminister Hubertus Heil denkt darüber nach, irgendwann auf 12 Euro zu kommen. Es gibt viele Jobs, als ungelernte Kraft sein Budget aufzubessern. Sei es als Kellner, als Verkäufer oder woanders im Einzelhandel. In der Gastronomie sind „ungelernte Kräfte“ vonnöten, um das Geschäft wirtschaftlich betreiben zu können. Nach dem Lockdown im Frühjahr konnten wir feststellen, dass der Einzelhandel die Preise anpassen musste. Der Friseur wurde teurer, der geliebte Kaffee to go. Selbst der öffentliche Bereich erhöht die Preise schamlos! Der Zweckverband Abfallwirtschaft (ART) stellenweise gleich um 150 Prozent, die GEZ, so geplant, lediglich um 86 Cent, was aber bei allen Haushalten 80 Mio Euro einbringen soll. Dieses wird in den Raum geworfen und ein sogenanntes Gremium des öffentlichen Rechts als Aufsichtsrat nickt es ab! Dabei sitzen in den Vorständen, die dies beschließen, sowie in den dazugehörigen Gremien des öffentlichen Rechts ausschließlich Leute, die sich keine Sorgen um finanzielle Versorgung machen müssen.

2021 sieht es für uns Normalos nicht viel besser aus als 2020! Die Ökosteuer (CO2-Steuer) auf ölbasierten Gütern (Kraftstoffe, Erdgas und Heizöl) wurde um acht Eurocent verteuert, darüber hinaus wurde die seit Juli 2020 gesenkte Mwst. wieder um drei auf 19 Prozent angehoben.

Sollte es zu einem Mindestlohn von 12 Euro/Stunde für alle kommen, so werden sich die Ausgebildeten dementsprechend auch eine tarifliche Erhöhung ausbitten. Der gelernte Kellner will als Fachkraft einen Stundenlohn von circa 15 Euro pro Stunde oder mehr, die Verkäuferin sieht sich gegenüber der Hilfskraft unterbezahlt und fordert eine Lohnanpassung und so weiter. Aber derjenige, der glaubt, dass das funktioniert, ist auf dem Holzweg! Der Mindestlohn muss in der Wirtschaft erwirtschaftet werden! Der Unternehmer zahlt die Zeche definitiv nicht! Dieser verteilt die Mehrkosten auf seine Güter! Das Brot wird teurer, der Friseur, die Wurst, das Bier und alle anderen Dinge des Lebens auch! Letztendlich bezahlt nur der Verbraucher! Die effektive Kaufkraft bleibt somit gleich oder verringert sich, da die Preise stärker anziehen als der Lohnzuwachs! Wir erhalten in Zukunft nahezu Verhältnisse wie die Schweiz! Bleiben Sie gesund und bei Verstand!

Josef Alten, Grimburg