1. Meinung
  2. Leserbriefe

Gesundheit: Auf die Barrikaden!

Gesundheit : Auf die Barrikaden!

Zur Berichterstattung über den Streit zwischen Ärzten, Kassen, Politik (TV vom 2./3. und 7. Februar) schreibt Clemens Kreuzer:

Ich kann, als selbstständiger Unternehmer die Ärzte, insbesondere jene, die eine Praxis als Selbstständige betreiben oder mal mit diesem Gedanken gespielt haben, sehr gut verstehen, wenn sie auf die Barrikaden gehen. Dem Arzt als Selbstständigem geht es heute genauso  wie es den sogenannten kleinen Selbstständigen oder sogenannten Soloselbstständigen schon seit Jahren geht. Die Arbeitsbelastungen werden, trotz überdurchschnittlichen Engagements, immer höher, das Einkommen wird, aufgrund steigender Steuern und Abgaben, steigender Investitionen und anderer Belastungen von außen, immer geringer. Dazu kommt noch die Sorge um die Altersversorgung, die daher kommt, dass man die Rente Anfang der 2000er ratzfatz fast halbiert hat. Und dann kommt aus Berlin, hier  namentlich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zur Lösung dieses für den Arzt oder Selbstständigen überhaupt nicht zu lösenden Problems die Idee: noch mehr Arbeitsbelastung für noch weniger Geld. Aber keine Angst, meine Herren Ärzte und Selbstständige, Sie werden alle irgendwann als Selbstständige Teilnehmer eines Kollektivs und als Ärzte Intellektuelle in einem Landambulatorium oder einer Poliklinik à la DDR versorgt werden.

Steuern und Abgaben und andere Belastungen werden immer noch weiter steigen, obwohl der Staat die höchsten Steuereinnahmen seit Bestehen der Bundesrepublik verzeichnet. Fatal ist, dass die Ideenkiste der Politik wie, wo, an wen und für was man alles Geld verteilen kann, unendlich groß ist. Und offensichtlich ist man in Berlin der  Auffassung, dass man so – ohne Rücksicht auf Verluste – weitermachen will. Seit 1998 ist alles teurer geworden, der Staat kommt immer weniger seinen Aufgaben nach, nahezu alles ist, zumindest für die kleine arbeitende einheimische Bevölkerung, schlechter geworden, obwohl der Staat und eine gewissenlose und genauso geldgierige Oberschicht im Geld, in unserem Geld, schwimmen.

Ich denke, dass wir, alle hier unten,  zusammenhalten müssen. Jene die heute noch annehmen, dass sie zu jenen zählen, die Gewinner der Globalisierung und Digitalisierung  sind, werden morgen aufwachen und feststellen, dass sie auch Verlierer sind.

Ärzte, Arbeiter, Bauern, Handwerker, Selbstständige – wir müssen zusammenhalten gegen eine völlig abgehobene und schamlose Politik, die uns abpresst, was wir uns in vielen Jahren unseres Lebens erarbeitet und verdient haben.

Clemens Kreuzer, Trier