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Politik: Auf dünnem Eis

Politik : Auf dünnem Eis

Zur Berichterstattung über die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken, die Konsequenzen aus der Affäre um rechtswidrige Beförderungen in ihrem Ministerium zieht und zum Jahresende zurücktreten wird schreibt Karl-Heinz Stolz:

Das Vorgehen von Ulrike Höfken ist mit Sicherheit kein Einzelfall. Ich persönlich traue keinem. Christian Baldauf möchte ich raten und zu verstehen geben, dass er sich mit seinen Kommentaren auf dünnem Eis bewegt. Wenn ich überlege, wie der Verkehrsminister Scheuer (CSU) Gelder verbrennt, dann ist das mit Frau Höfken Kleingeld. Oder der bayerische Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der auf unsere Kosten Privatjet mit First-Class-Komfort – und das mit Gattin – fliegt. Die Vetternwirtschaft wird es, wie überall auf der Welt, in jeder Partei, auch in jedem Ministerium geben, davon bin ich überzeugt.

Jetzt stellt sich die Frage, brauchen wir in jedem Land dieselben Minister wie im Bund? Diese ganzen Ministerien sind ein riesiger Kostenapparat. Alle Ministerien mal 16, mit all den Ministern und ihrem ganzen Hofstaat – würde mich mal interessieren, was das im Jahr kostet. Diesen Job kann wohl jeder machen. Wenn spezielle Fragen auftreten, wird ein Berater hinzugezogen, wenn die Sache schiefgeht, ist der Berater schuld. Alle, die jetzt über Frau Höfken herfallen, sollen mal zuerst vor der eigenen Haustüre kehren.

Karl-Heinz Stolz, Irrel