Auf Kosten der Kleinen

Die Debatte um die öffentliche Verschuldung zeigt einmal die Hilflosigkeit gegenüber diesem Problem, aber auch die Unkenntnis unseres Geldsystems. Es funktioniert nur durch Schuldenmachen. Denn wie sollte sonst das Tauschmittel wieder in den Kreislauf kommen?

Das in einer Volkswirtschaft zur Verfügung stehende Geldkapital häuft sich nach gewisser Zeit zu Riesenvermögen an. Es wird zu einem respektablen Zinssatz angelegt, also muss es auch jemanden geben, der diese Zinsen zahlt. Die Verschuldung der Wirtschaft und der Privaten ist aber bereits dreieinhalbmal so hoch wie die der öffentlichen Hand. "Sparen" heißt ja bei den öffentlichen Haushalten leider nicht "vom Einkommen etwas zurücklegen", wie das jeder ordentliche Bürger macht, sondern "Ausgaben einschränken". Wenn das bei dem zweithöchsten Ausgabenposten, den Schuldzinszahlungen, wäre, oder beim dritthöchsten, dem Verteidigungsetat, hätte ich ja nichts dagegen. Da es aber auf Kosten der kleinen Leute geht, die durch ihre Steuerzahlungen am meisten zum Staatseinkommen beitragen, setzt dieses "Sparen" eine deflationäre Abwärtsspirale in Gang. Gudrun Müller, Esch