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Auf Kosten der Steuerzahler

Auf Kosten der Steuerzahler

Zum Artikel "Flüchtlingsdrama entfacht neuen Asylstreit" (TV vom 16. Februar):

Wieder einmal sorgt der illegale Versuch einer massenhaften Einwanderung nach Europa für politischen Streit zwischen der Bundesregierung und der Opposition einerseits und zwischen den EU-Staaten andererseits. Diesmal machten sich Tausende von Tunesiern auf den Weg nach Italien, weil sie "in Tunesien nicht mehr leben können" und um in Europa ein besseres Leben zu suchen. So verständlich die Klagen dieser Menschen sein mögen - Europa kann nicht die Fluchtburg all derer werden, die sich mühselig fühlen und beladen. Als schändlich bezeichne ich jene deutschen Politiker, die eilfertig mit der Forderung auf dem Markt sind, ein bestimmtes Kontingent jener Illegalen in Deutschland aufzunehmen. Was eigentlich treibt diese Leute an, und was legitimiert sie, sich auf Kosten der deutschen Steuerzahler großherzig zu zeigen? Soll also jenes gemeinte Kontingent an Tunesiern das Heer der Langzeitarbeitslosen aus deutschen Staatsbürgern und Migranten weiter verstärken?

Wie eigentlich sollen die Kommunen, die seit Jahren "Land unter" bezüglich ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit melden, die neue Belastung tragen? Zwar wird zurzeit noch argumentiert, die Tunesier wollten gar nicht nach Deutschland, doch haben wir in der Vergangenheit mehrfach erlebt, wie schnell wir dennoch viele Hilfesuchende vor der Tür haben. Dennoch: Die südlichen Staaten der EU darf man mit dem Problem nicht allein lassen. Daher erscheint mir der Vorschlag des Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, als bedenkenswert, nämlich den schleunigen Aufbau einer EU-Küstenwache, die an den Südgrenzen der EU patrouilliert und dafür sorgt, dass diese Wirtschaftsflüchtlinge erst gar nicht in der EU an Land gehen können.

Wolf-Rüdiger Wulf, Trier

Europa