Aufgehetzt

Zum Artikel "Für Stunden schweigen die Waffen" (TV vom 8. Januar):

Es wird der Tag kommen, an dem eine starke Institution, eine Einzelperson oder eine Friedensbewegung, die ihren Namen verdient, eine Anzeige bei einem internationalen Gerichtshof wegen der sogenannten Kollateralschäden macht. Das Töten von unbeteiligten Zivilisten, insbesondere von Kindern, wird nicht mehr hingenommen.

Uns Kriegskindern klingelt es noch in den Ohren. Wie oft haben wir den Satz gehört: Der "kleine Mann" will keinen Krieg! Es sind kleinere oder große Politverbrecher, die immer wieder zu diesen barbarischen Mitteln greifen.

Warum habe ich gerade die Kinder erwähnt? Weil Erwachsene oft eine Mitschuld am organisierten Töten haben - wegen der Hetze gegen das jeweilige Nachbarland. Das geht von revanchistischen Teilnehmern am Ersten Weltkrieg bis hin zur palästinensischen oder iranischen Oma. Die Aufhetzung der Kinder und Jugendlichen setzt dieser verbrecherischen Einstellung die Krone auf.

Die praktische Lösung dieser "Geißel der Menschheit" ist eine starke Weltgemeinschaft mit einer starken Abteilung "Friedensschaffung". Diese kann durch Eingreifen und "Im-Keim-ersticken" von Machtausübung durch die Weltpolizei aktiv werden. Auf hoch dotierte Friedensforscher können wir gerne verzichten. Als Katholik habe ich mir schon vorgestellt, dass der Vatikan einen bedeutenden Kirchenmann beauftragt, andere Religionsgemeinschaften für diese gewaltige Friedensbewegung zu gewinnen. Der Grundstock für die Bekämpfung der militärischen Auseinandersetzung wäre vorhanden. Der frühere Trierer Bischof Spital hat immer wieder von der Notwendigkeit einer "Weltpolizei" gesprochen. Er war kein Utopist. Der hervorragende Beitrag von TV-Chefredakteur Walter Weber in der Ausgabe vom 10./11. Januar über kinderverachtende Kriegsführung sollte in Großbuchstaben wiederholt werden.

Wolfgang Riehm, Schillingen

nahost

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