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Leserbriefe
Aufwertung dringend geboten

Zur Berichterstattung über die Pläne der Bundesregierung zur Verbesserung der Pflege schreibt Wolfgang Rieder:

Die neue Initiative des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU), 13 000 zusätzliche Stellen in der Pflege zu finanzieren, ist ein positives Signal, löst jedoch nicht das Problem der fehlenden Fachkräfte. Es werden sich in der kur­zen Zeit nicht so viele Bewerber finden lassen. Eine Aufwertung von Pflegeberufen, zum Beispiel des Berufs des Altenpflegers, ist dringend geboten. Beschäftigte in diesem Bereich sollten nicht nur besser bezahlt werden, sondern auch eine andere Berufsbezeichnung erhalten, etwa Gesundheitsfachkraft oder Fachbetreuer Pflege. Für die Misere kann der Bundesminister für Gesundheit nicht allein verantwortlich gemacht werden, es handelt sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. So sind auch die Krankenkassen oder Gesundheitskassen, wie diese seit Jahren in der einen oder anderen plakativen Art modern firmieren, und die Pflegekassen aufgefordert, die seit Jahren einseitig stringent-monetär und hoch bürokratisch angelegten Vergütungsverhandlungen in der Pflege durch eine leistungsorientierte Entgeltfindung abzulösen. Die durch überbordende Dokumentationsvorgaben reduzierte Pflegezeit muss endlich und dauerhaft durch eine patientenbezogene Dienstleistungsvergütung ersetzt werden. Nur so lassen sich das Berufsbild und die Stellung der Fachkraft für Gesundheit modernisieren und neue Fachkräfte für die Pflege am Menschen gewinnen.

Damit wir uns recht verstehen, ich spreche nicht von einem Blankoscheck für Pflege-Dienstleister, ich denke an eine leistungsorientierte Vergütung der Dienstleistung der Pflege, an Wertschätzung der Pflegeleistung und letztlich an ein neues Standing der Pflege in Gesellschaft und in der Berufswelt.

Wolfgang Rieder, Bitburg