1. Meinung
  2. Leserbriefe

Aus dem Flüchtlingselend der Vergangenheit nichts gelernt

Leserbrief : Aus dem Flüchtlingselend der Vergangenheit nichts gelernt

Migranten

Zu den Artikeln „Wie Migranten zum Spielball der Politik werden“, Trierischer Volksfreund vom 11. November, und „Mehr Druck – auf Minsk, aber auch auf Moskau“, ebenfalls Trierischer Volksfreund, 10. November: 

Während die große Masse der Europäer das ach so freie Europa am Laufen hält, laufen an den EU Ostgrenzen die Flüchtlinge „zu Hauf auf“, die vom Diktator Lukaschenko angelockt und geködert wurden. So werden Menschen immer öfter zum Spielball von Politikern sowie zwischen Demokratien, Diktaturen und Schein-Demokratien. Die Masse der Europäer sieht die Flüchtlingsbilder von der belarussischen  Grenze oder vom Mittelmeer täglich im Fernsehen, ohne reagieren zu können.

Die von uns gewählten deutschen und europäischen Politiker, obwohl sie die Grenzpolizei Frontex gegründet haben, lassen trotzdem zu, dass Militär an der Grenze zu  Belarus aufmarschiert. Hier muss endlich kritisch hinterfragt werden, ob Deutschland und Polen aus dem Flüchtlings- und Vertreibungsleid in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs nichts gelernt haben. Warum wurden Bürger aus Ostpolen an die Oder umgesiedelt, und warum wurden deutsche Bürger aus deutschen Ostgebieten über die Odergrenze vertrieben und deutschlandweit neu angesiedelt?

Eine türkische Airline flog Flüchtlinge nach Weißrussland. Und schon deren türkische Vorfahren vertrieben während des Ersten Weltkrieges armenische Bürger auf Gewaltmärschen quer durchs Land  bis hin in syrische Wüstengebiete. Seit Jahren schon üben sich die EU-Länder samt der Türkei an den Mittelmeergrenzen darin, das Flüchtlingsproblem  aus Syrien, Lybien und Afrika zu begrenzen, ohne dass meines Erachtens sichtbare Verbesserungen für die betroffenen Flüchtlinge eintreten. Wenn das Geld für die Finanzierung der illegalen Flüchtlingsströme endlich durch kluge Ideen in legale Geldtöpfe fließen würde, könnte es einem Großteil der Betroffenen  sicherlich viel besser gehen.

Ullrich Papschik, Bitburg