Ausgerechnet er!

Politik

Zur Berichterstattung über die Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan:
Der Bundesinnenminister, jener, der kein Problem darin sieht, Flüchtlinge zurück nach Afghanistan zu schicken, heißt nicht Schulze, Müller oder Meier. Er heißt de Maizière. Das ist vom Ursprung her kein deutscher Name! Es ist ein französischer Name, der Name einer aus der Nähe von Metz stammenden protestantischen Familie, einer hugenottischen Familie.
Schon in der Zeit vor dem 24. August des Jahres 1572 wurden die französischen Protestanten verfolgt, gejagt, wurden Attentate auf sie verübt. Der Auftakt für ein großes Pogrom war dann jene Nacht auf den 24., jene berühmt gewordene Bartholomäusnacht, in der Tausende ihr Leben ließen und in deren Folge Tausende über die Grenze nach Osten in die deutschen Länder flohen.
Erst 1598 garantierte Frankreich den Hugenotten politische und religiöse Sonderrechte, die allerdings während der folgenden Jahrzehnte wieder aufgeweicht wurden und 1685 endgültig verloren gingen. Und wieder flohen trotz schwerster Strafandrohungen und Verbote Tausende Hugenotten in die Nachbarländer, so auch nach Brandenburg, wo der Kurfürst die Flüchtlinge (réfu giés) willkommen hieß. Unter diesen die Familie de Maizière. Sie durfte sich integrieren und trug ihren Anteil zur Schaffung des sich bald darauf aus Brandenburg heraus entwickelnden Staates Preußen bei. Hätten der Kurfürst und seine Minister die geflüchteten Vorfahren Thomas de Maizières wieder abgeschoben, weil ihrer Ansicht nach Frankreich, und wenn auch nur in Regionen, für Leib und Leben weniger oder gar ungefährlich geworden war, so gäbe es heute diesen Thomas de Maizière womöglich nicht; seine Vorfahren wären entgegen der Auffassung von Fürst und Minister doch getötet worden.
Bundesinnenminister Thomas de Maizière lässt Flüchtlinge in Krisengebiete abschieben. Ausgerechnet er!
Dr. Ernst Cleven
Meisburg

Mehr von Volksfreund