Bahn

Zum Artikel "Neue Triebwagen im Stundentakt" (TV vom 26. Juli):

Der Zweckverband SPNV Nord unterscheidet sich in seiner PR-Arbeit kaum von der Deutschen Bahn: Mit immer wiederkehrenden Euphemismen werden Rückschritte als Fortschritt verkauft. Schön, ab Dezember fährt der Regionalexpress von Trier nach Koblenz im Stundentakt statt wie bisher zweistündlich. Aber verbessert sich damit summa summarum das Angebot auf der Moselstrecke? Keineswegs! Denn es fällt ja die IC-Verbindung weg, die bisher zusammen mit den RE-Zügen ebenfalls einen Stundentakt geboten hat und zusätzlich die Region an den deutschen Fernverkehr angebunden hat. Künftig müssen alle Fernreisenden in Koblenz umsteigen, können auf der Moselstrecke keine Sitzplätze mehr reservieren und fahren in Nahverkehrszügen, die im Hinblick auf Fassungsvermögen und Vandalismusresistenz optimiert sind. Fernverkehr-Luxus wie große Beinfreiheit, verstellbare Sitze, Leseleuchten oder gastronomische Angebote im Zug sind dann Geschichte. Aber das verschweigen die Verantwortlichen und präsentieren statt dessen den Kahlschlag als großen Schritt nach vorne. Karsten Müller, Gusterath