Bedingungen verbessern

Zum Artikel "Rezepte für eine bessere Medizin" (TV vom 4. Februar):

Ein Ziel der Politik sollte sein, eine Fürsorgepflicht auch für Minderheiten des Wahlvolks (Landbevölkerung) wahrzunehmen. Der Vorschlag, Gemeindeschwestern einzusetzen, ist sicher keine Lösung, die allen gerecht wird. Neben der Frage, wer die Schwester bezahlt und warum Landärzte für ihre Leistung nicht anständig bezahlt werden, ist die Frage der Kompetenz wichtig. Krankenhauseinweisungen, Änderungen der Medikation und die Bürokratie flut sind ärztliche Aufgaben. Gibt es eine Schwester, die sich mit 15 Euro pro Hausbesuch inklusive Leistung zufrieden gibt?

Die Trennung der Planung für Land und Stadt ist dringend überfällig. Warum entstehen so viele medizinische Versorgungszentren in den reichen Stadtgebieten, aber das Land wird nicht versorgt? Es sind wirtschaftliche Gründe und vor allem die Dichte an Privatpatienten. Das ist nur allzu verständlich. Warum sollen wir Ärzte die einzigen Menschen sein, die wegzuschauen haben, ob es für höchst verantwortungsreiche Arbeit auch angemessene Bedingungen und Entlohnung gibt?

Wenn man Medizin studieren will, braucht man einen sehr guten Abiturdurchschnitt. Das spricht für Fleiß und Intelligenz. Diese Intelligenz führt aber dazu, dass sehr wohl gute Angebote aus dem Ausland oder der Industrie wahrgenommen werden.

Vielleicht ist es an der Zeit, bessere Bedingungen hier zu schaffen und nicht zu jammern, warum 30 Prozent der ausgebildeten Ärzte nicht in den Arztberuf in Deutschland gehen.

Dr. med. Gunther Aurich, Gusterath

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