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Verkehr
Bei den Dörfern wird geknausert

Verkehr

Über den Zustand der Straßen im Heckenland (TV vom 28. März) schreibt uns dieser Leser:

Bereits im Jahr 2000 war die Rollende Redaktion des TV in Niersbach zu Gast, und viele Besucher kritisierten damals den schlechten Straßenzustand im Heckenland. Die Planung über den Ausbau der Landesstraße zwischen Niersbach und dem Kiesabbaugebiet „Staudt“ in Richtung Greve­rath wurde 2002 durch den Landesbetrieb im Gemeinderat Niersbach vorgestellt und wir glaubten,  dass mit den Bauarbeiten kurzfristig begonnen wird.

Dass diese Straße jetzt nicht mehr im Investitionsprogramm des Landes zu finden ist, kann bei mir nur Unverständnis wecken. Nicht sachliche, sondern politisch motivierte Gründe sind oft für den Zeitpunkt der Ausführung von Bauprojekten ausschlaggebend.

Grundsätzlich ist es richtig, wie  vom  Landesbetrieb Mobilität genannt, dass die Priorität von der Unfallhäufigkeit, der Verkehrsbelastung und den Kosten der Baumaßnahme abhängig ist.

Auf der schlechten Straße passieren wenige Unfälle, da  die Höchstgeschwindigkeit  mit 30 km/h begrenzt ist. Dies darf natürlich nicht dazu führen, dass kein Handlungsbedarf erforderlich ist.

Die Verkehrsbelastung, eine weitere Priorität,  ist sicherlich nicht sehr hoch. Wer nicht muss und sich auskennt, meidet das Befahren der verdreckten Holperstrecken. Die Schlaglöcher und zerfransten Fahrbahnränder verursachen größeren Verschleiß und Schäden an den Autos. Die verdreckte Fahrbahn sorgt für Schlieren auf den Scheiben und für kaputte Scheibenwischer.

Der Ärger ist bei mir groß, wenn ich sehe, dass gute Fahrbahndecken erneuert werden und bei uns nichts passiert. Unverständlich ist es, wenn  im Zusammenhang mit Abstufungen von Straßen oft  gute Fahrbahndecken erneuert werden. Ein finanzieller Ausgleich ist aus Sicht der Steuerzahler sinnvoller. Mit diesem gesparten Geld könnten dann wesentlich schlechtere Fahrbahnen erneuert werden.

Leider ist  festzustellen, dass trotz anderer Veröffentlichungen  aus Mainz und Berlin  der ländliche Raum und hier vor allem die kleinen Dörfer immer mehr in Vergessenheit geraten. Wie lange beschäftigen wir uns schon mit dem Breitbandausbau? Oft fehlt aber ein Handy-Empfang. Die  Dorferneuerung ist fast zum Erliegen gekommen, und im Landeshaushalt sind hierfür nur wenige Mittel bereitgestellt.  Die Förderung ist meist mit Bevormundung, Mehrkosten und übertriebener Bürokratie  verbunden.  

Steuergeld für Projekte wie neue Opernhäuser, belebte Innenstädte, bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten oder Stadt am Fluss ist vorhanden. Beim Geld für belebte und  attraktive Dörfer wird hingegen geknausert.