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Bei Rollstuhlfahrern packen Wahlhelfer mit an

Ihre Meinung : Ärgerlich!

Kommunalwahlen

Zum Artikel „Bei Rollstuhlfahrern packen Wahlhelfer mit an“ (TV vom 13. Mai) schrieb uns Marion Liebenow folgende Zeilen:

Über oben stehenden Artikel habe ich mich sehr geärgert. Es ist mir wichtig, Ihnen meine Sicht der Situation zu schildern, auch wenn der Artikel bereits vor zwei Wochen erschienen ist. Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass das Wahllokal in Kleinich (Turnraum Kindergarten) nicht über eine Stufe zu erreichen ist – so wie vom Bürgermeister erklärt wurde –, sondern über zwei Stufen.

Darüber hinaus ärgert mich sehr die Ansicht, dass nur Menschen im Rollstuhl einen barrierefreien Zugang benötigen. Es mag sein, dass bei der zurückliegenden  Wahl vielleicht kein Rollstuhlfahrer das Wahllokal in Kleinich nutzen musste. Aber es gibt auch Menschen, die kurzfristig im Rollstuhl sitzen oder auf Gehhilfen angewiesen sind. Auch diese müssen das Wahllokal ohne Probleme aufsuchen können.

Besonders ärgerlich finde ich den Umstand, dass das Wahllokal als „barrierefrei“ auf der Wahlbenachrichtigung gekennzeichnet ist. Wenn es kein barrierefreies Wahllokal in Kleinich gibt, dann ist das schade, aber die Wahlbenachrichtigung muss korrigiert werden. Oder man nutzt bei der nächsten Wahl einfach den Gemeindesaal. Dieser ist tatsächlich über einen barrierefreien Zugang zu erreichen.

Natürlich ist es lobenswert, wenn die Wahlhelfer beeinträchtigten Personen über die beiden Stufen helfen. Ich sehe es sogar als selbstverständlich.

Dennoch stellt sich mir eine entscheidende Frage: Angenommen, ich stehe als Rollstuhlfahrer oder mit meiner Gehhilfe auf dem Bürgersteig und die Tür ist geschlossen: Wie soll ich denn den Wahlhelfern mitteilen, dass ich ins Wahllokal möchte?

Viele Ungereimtheiten, die mich vor allem deshalb so ärgern, weil ich das Problem bereits nach der zurückliegenden Landratswahl Wahlleiter Alex Licht geschildert habe.

Es wäre ein Einfaches gewesen, den Zutritt barrierefrei zu gestalten, einen anderen Raum als Wahllokal zu benennen oder einfach die falsche Kennzeichnung auf der Wahlbenachrichtigung zu korrigieren.

Ihr Artikel hilft den Betroffenen leider nicht. Sie hinterfragen weder die Erklärungen der Bürgermeister noch versetzen Sie sich in die Lage der Betroffenen. Denn dann kommen die „ungemütlichen“ Fragen ganz von allein.