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Politik: Beinahe eine Auszeichnung

Politik : Beinahe eine Auszeichnung

Zum Artikel „Schröder kritisiert SPD-Chefin Nahles und lobt Gabriel“ (TV vom 2. Februar) schreibt Ernst Geilenkirchen:

Wenn eine SPD-Vorsitzende von Gerhard Schröder getadelt wird, ist das schon beinahe eine Auszeichnung. Der Mann, der wesentlich für den Niedergang der SPD Verantwortung trägt, ist eine Belastung für diese Partei, auch heute noch. Bei jeder Gelegenheit arbeitet er an der Spaltung der SPD. Warum er Andrea Nahles schlecht benotet, die seine Hartz-IV-Gesetze korrigieren will, ist leicht zu durchschauen. Vielleicht ist seine ökonomische Kompetenz, die aber nur ihm selbst und seinem Freund Putin zugute kommt, größer als die von Nahles. Dafür weist sie aber sicherlich die größere Sozialkompetenz auf, wie ihre Erfolge als Arbeitsministerin beweisen. Ihr Wirken als SPD-Vorsitzende ist – anders als bei Schröder – nicht geprägt von Imponiergehabe und Eitelkeit, auch wenn einige ihrer Auftritte als suboptimal bezeichnet werden können. Dass Schröder es für nötig hält, Sigmar Gabriel, einen Mann mit einer langen politischen Vita, zu bescheinigen, er sei ein „begabter Politiker“, ist ein Zeichen seiner Überheblichkeit. Sein Lob für Gabriel ist auch ein Indiz dafür, wie weit er sich von der Partei entfernt hat. Gabriel ist ja nicht in Erinnerung als Parteivorsitzender, der in Niedersachsen und im Bund herausragende Wahlergebnisse für die SPD erzielt hätte. Vielmehr trägt er durch seine Unberechenbarkeit und seine Sprunghaftigkeit selbst die Verantwortung für seine jetzige Rolle in der Partei.

Übrigens würde ich von Gerhard  Schröder gerne auch mal einen Tadel hören für Putin, der sich völkerrechtswidrig Gebiete aneignet, Kritiker verfolgen lässt, mit Verbrechern auf der ganzen Welt kungelt und Diktatoren, die Kriege anzetteln und Zivilisten bombardieren lassen, verteidigt und unterstützt.

Ein Ex-Kanzler und früherer SPD-Vorsitzender, der so agiert wie Gerhard Schröder, schadet der Partei nach meiner Ansicht mehr als ein Thilo Sarrazin.

Ernst Geilenkirchen, Kelberg