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Sprache: Belastet und verfänglich

Sprache : Belastet und verfänglich

Zum Artikel „Auf den Spuren (fast) vergessener Juden“ (TV vom 17. Dezember) schreibt Winfried Stevens:

Immer wieder fällt mir auf, dass Deutsche „jüdischen Glaubens“ als „Juden“, also losgelöst von ihrer Nationalität, bezeichnet werden. Stehen sie außerhalb unserer Gesellschaft? Sinngemäß müssten Sie dann auch von „Katholiken“ oder „Protestanten“ oder „Atheisten“ sprechen, also ebenfalls ohne Bezug auf die Zugehörigkeit zur Nationalität veröffentlichen! Gerade unsere jüdischen Mitbürger sind jahrhundertelang von allen gesellschaftlichen und kirchlichen Verantwortlichen bedrängt, verfolgt und letztendlich getötet worden, obwohl sie als engagierte, zuverlässige und gebildete „Deutsche“ akzeptiert und integriert waren. Die bloße Bezeichnung „Jude“ ist spätestens seit der Hitler-Diktatur belastet und verfänglich! Wie sehen das die, die es betrifft?

Winfried Stevens, Trier