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| 18:09 Uhr

leserbriefe
Bewegung ist der Motor allen Lebens

Zum Artikel: „Deutschland – Land der Bewegungsmuffel“ (5. September) schreibt Margit Haubrich:

Zu Recht wird angemahnt, dass sich der moderne Mensch zu wenig bewegt. Technik und Hilfsmittel, die uns den Alltag „erleichtern“ sollen, führen zu Bequemlichkeit und mangelnder Nutzung des vollen Bewegungsumfangs der Gelenke, den wir Menschen haben. Die Autoscheibe fährt auf Knopfdruck runter, die Pizza wird ins Haus geliefert. Die Stereoanlage spielt auf Zuruf Musik, und die Wäsche wird zum Trocknen einfach in den Trockner geworfen. Forscher stellen fest, dass eine verminderte Greifkraft ein Indikator für ein verkürztes Leben ist und dass die Greifkraft der heutigen Generation deutlich schwächer als die der vorherigen ist. Man muss sich nur im  Kollegen- oder Bekanntenkreis umschauen, um zu sehen, dass bereits in jungen Jahren immer mehr Zipperlein auftauchen, die früher erst im Rentenalter auftraten. Bekannte Tipps wie „zu Fuß anstatt mit dem Auto zum Bäcker“, „Treppe statt Aufzug“ werden ebenso wie Aufrufe „treibt mehr Sport“ regelmäßig in den Medien veröffentlicht und haben auch ihre Berechtigung. Dabei muss es gar nicht immer der große, ausdauernde Sport sein. Viele kleine tägliche Bewegungen sind genauso wichtig. Anstatt die Lebensmittel im Einkaufswagen bequem vor sich herzuschieben, kann man mit eigener Muskelkraft einen Einkaufskorb tragen. Häufig benötigte Küchenutensilien (Teller, Tassen et cetera) werden in den Schränken tief am Boden oder über dem Kopf verstaut, so dass täglich ein Recken nach oben und ein Hocken nötig sind, um sie zu greifen. Die Pizza selbst kneten, ausrollen und belegen hält uns in Schwung, anstatt nur bequem die Tür zu öffnen, wenn der Pizzabote klingelt. Die Wäsche kräftig ausschütteln und auf einer Leine aufzuhängen sorgt für Bewegung in Schulter und Armen. Wenn der Korb dabei auf dem Boden steht, ist auch das Bücken oder Kurz-in-die-Hocke-Gehen als Training dabei.

Anstatt abends auf der Couch zu versinken: den Couchtisch beiseiteschieben und sich auf dem Boden platzieren. Das ist – trotz Teppich und Kissen – leicht unbequem, so dass man unbewusst in Bewegung ist und häufig die Position wechselt: liegen, hocken, knien, Schneidersitz …  Die Positionierung auf dem Boden bietet sich dann auch gleich für einige Dehnübungen an. Während der Fernseher läuft, kann man also noch etwas für die eigene Beweglichkeit tun. Im Büro werden Alltagsgegenstände wie Hefter, Locher, Drucker außerhalb der Griffweite abgestellt, so dass man regelmäßig aufstehen muss, um sie greifen zu können. Die Liste dieser kleinen Chancen im Alltag könnte beliebig fortgeführt werden. Die Möglichkeiten, mehr Bewegung in unseren Alltag zu bringen, ist so groß, dass man ein Buch damit füllen könnte. Jeder kann einfach mal selbst bei sich schauen, wo er es sich im Alltag bei Kleinigkeiten zu „bequem“ macht und wie er es ändern könnte. Denn: Bewegung liegt in unserer DNA – und ist nicht optional.

Margit Haubrich, Föhren