BILDUNG

Zum Bericht "CDU will Ortsbeiräte stärken" (TV vom 27. August) und zum Referat von Dieter Lintz beim Trierer CDU-Kreisparteitag:

Antizipieren - also vorwegnehmen oder vorausschauen - soll die Politik bei ihren Entscheidungen. Grundsätzlich stimme ich Dieter Lintz da zu. Einige Schulen sollen geschlossen werden, damit die übrigen mehr Geld für Gebäude, Material und Lehrpersonal erhalten, so seine Argumentation. Es steht aber zu befürchten, dass eingesparte Mittel nicht verteilt würden, sondern nur zur Reduzierung des Minus im Stadthaushalt dienten. Auch lässt sich das Biregio-Gutachten nicht unter dem Oberbegriff "gesunder Menschenverstand" zusammenfassen. Ein Beispiel: Die Grundschule Quint soll geschlossen werden, da Biregio ab 2014 zu geringe Schülerzahlen erwartet. Das Gleiche behauptete Dezernentin Angelika Birk schon 2010 im Ausblick für das Jahr 2012. Inzwischen besuchen 105 Schüler die Grundschule Quint in sieben Klassen, und auch der Ausblick ist positiv. Wer nun denkt, eine Zusammenlegung mit der Grundschule Ehrang (173 Schüler in neun Klassen) sei sinnvoll, ignoriert die Tatsachen. Die Schüler aus Quint sind ohne weitreichende bauliche und personelle Ergänzungen in Ehrang nicht zu integrieren. Es fallen aufgrund der Entfernung zusätzliche Transportkosten für die Stadt an. Eine halbwegs sinnvolle, auf den einzelnen Schüler eingehende pädagogische Arbeit ist nicht mehr möglich. Ehrang-Quint als flächenmäßig größter Stadtteil mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von mehr als sechs Kilometern, einem Kinderanteil von 19 Prozent in Ehrang und 22,9 Prozent in Quint an den Gesamthaushalten soll mit einer Schule weiterwursteln. Resultat: praktisch null Einsparungen, keine pädagogische Verbesserung, nur Nachteile für die Schüler. Nicht der "gesunde Menschenverstand" ist hier am Werk, sondern der unbedingte Wille, Schulen plattzumachen. So lange dies so ist, werden Schüler, Eltern, Lehrer und Ortsbeirat sich wehren und Sturm laufen. Erst wenn die Stadt und Biregio mit den Betroffenen in einen konstruktiven, öffentlichen und ehrlichen Dialog eintreten, kann eine vorausschauende und zielgerichtete Schulplanung erstellt werden. Dietmar Laudor, Trier

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