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Tiere: Bis dass der Tod uns scheidet

Tiere : Bis dass der Tod uns scheidet

Zum Artikel „Wenn Bello zu Tode geliebt wird“ (TV vom 6. März) schreibt Monika Brost:

So, nachdem ich zwei eigene kleine Hunde beerdigt und es miterlebt habe, wie zwei große Hunde meines Vaters erlöst wurden, kann ich meinen Mund beziehungsweise meine Finger nicht mehr halten, besonders bei einer solchen Überschrift. Ist es der Autorin Ulrike von Leszczynski lieber, dass Tiere zu Tode gequält und geschlagen werden? Sie sollte besser über dieses Riesenproblem berichten, anstatt Menschen an den Pranger zu stellen, die ihre Tiere lieben und pflegen und mit ihnen regelmäßig zum Tierarzt und spazieren gehen. Im Gegensatz zu manchem Hofhund von früher und auch noch heute, die geplagt und gequält wurden/werden von Flöhen, Milben, Würmern und ihrem Besitzer und den ganzen Tag nichts anderes sehen als den zu bewachenden Hof.

Ja, ich habe eine kleine alte Hündin aus dem Tierschutz, und ja, sie  schläft bei mir im Bett (das ist ihr mit Sicherheit lieber als im dreckigen Zwinger einer Tötungsstation in Spanien, wo sie herkommt!), und ja, sie wird von mir gewaschen, geschoren und bekommt im Winter ein Mäntelchen an. Daran ist meines Wissens noch nie ein Hund gestorben, aber schon viele im Winter erfroren. Und vor allem ja, sie dient mir als Partner- und Kind-Ersatz, da es mir nie vergönnt war, Kinder zu bekommen und alle meine Partner die größten Idioten auf Gottes grüner Welt waren. Sie hat sogar einen Hundebuggy, da kommt sie rein, wenn meine Wanderungen für sie zu lang werden oder wenn ich mal in die Stadt fahre und sie nicht in Glasscherben treten soll. Meine Hunde müssen nicht leidend allein zu Hause bleiben. Sie heißt Lucy, meine andern beiden hießen Josi (ebenfalls von mir geliebt bis zu ihrem Tod und darüber hinaus), und unvergessen meine über alles geliebte Ellie. Die Namen gefallen mir halt besser als Struppi oder Strolchi. Merken Sie was? Sie wurden nicht zu Tode geliebt, sondern bis zu ihrem Tod!

Und das Aussehen der armen Kreaturen wie King-Charles-Spanier, deren Kopf so klein gezüchtet wurde, dass das Gehirn nicht mehr richtig reinpasst und sie sich deswegen ständig den Kopf kratzen, oder Mops und Bulldogge, die zu ersticken drohen durch ihre kleinen Nasen – das ist ein politisches Problem und eines der Zuchtverbände. Denen geht es nur um Profit, und das hat mit Tierliebe nichts zu tun! Das muss verboten werden! Natürlich ist das auch der Dummheit der Menschen geschuldet, die diese Tierchen so haben wollen. Setzen Sie sich doch lieber dafür ein, dass diese Qualzuchten verboten werden, anstatt alle Hundebesitzer über einen Haufen zu kehren.

Monika Brost, Wallenborn