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Gesundheit: Bitte, bitte etwas schneller!

Gesundheit : Bitte, bitte etwas schneller!

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie schreiben Marlies Braun, Pia Schmitt und Viktoria Karls:

Es ist schon frustrierend, wenn man morgens seine Zeitung liest und das Hin und Her mit der Corona-Impfung mitbekommt. Was ist in Deutschland anders als sonst auf der Welt? Wer nimmt sich die Freiheit, über Leben und Tod zu entscheiden? Nehmt euch, liebe Politiker, doch einmal die Zeit, darüber nachzudenken, wie viele Corona-Tote auf euer lahmes Handeln zu verbuchen sind.

Woran liegt es? Gibt es noch mehr „Raffkes“, die Angst haben, lukrative Geldquellen zu verpassen oder Hunderttausende Impfdosen horten und gefährdeten Menschen vorenthalten? Ich bin über achtzig und habe nach zweimaliger Anfrage nun meine erste Impfung erhalten. Ich weiß aber von vielen, die dringend auf ihre Schutzimpfung hoffen. Impfdosen scheinen ja genügend vorhanden zu sein. Denkt und handelt bitte, bitte etwas schneller!

Marlies Braun, Trier

Wir haben das Gefühl, dass Gastronomie und Bewirtung und auch Kultur keinen hohen Stellenwert mehr haben. Kein Nachweis, dass wir in der Gastronomie Hotspots verursachen, und trotzdem schließen wir zuerst und öffnen zuletzt. Sind wir der Sündenbock für eine ganze Nation? Ist es nicht mehr gewollt, dass Menschen sich treffen, ein Glas Wein trinken und sich persönlich austauschen? In Räumen, wo man auf Hygienemaßnahmen achtet? Ganz im Gegenteil zu privaten Treffen. Strenge Hygieneregeln sind für uns nicht erst seit Corona ein Muss, sondern sogar Verpflichtung!

Die Kollegen sind geschult und werden auch regelmäßig weiter geschult. Vielen können mit dem Kurzarbeitergeld (trotz allem eine gute Sache!) kaum ihren eh nicht luxuriösen Lebenswandel halten.

Indessen stopfen manche Politiker sich die Taschen voll mit Provisionen für Masken-Deals, während wir und unsere Mitarbeiter über jeden Cent Rechenschaft ablegen müssen. Eine Verspottung der Menschen für die Politiker eigentlich da sein sollten! Als Menschen, die gerne bewirten, geben wir ja nicht so schnell auf. Wäre schon erstrebenswert, dass wir Ostern unsere Innengastronomie öffnen dürfen. Wir brauchen aber auch ein bisschen Vorlauf zur Personal-Akquise. Eine Öffnung der Außengastronomie, die viele gar nicht haben, ist eine Lachnummer und auch keine Option, neues Personal einzustellen. Investitionen zum Beispiel für eine überdachte Terrasse sind jetzt wohl bei den meisten nach zusätzlich aufgenommenen Krediten zur Liquiditätssicherung eine Zumutung.

Auch die Testung der Gäste ist in meinen Augen neben dem zusätzlich finanziellen, personellen und organisatorischen Einsatz eine Abschreckung und wirtschaftlich gesehen keine Verbesserung. Wie viel teurer soll denn die Bewirtung werden?

Restaurant ohne Gästebeherbergung ist nur die halbe Miete, weil wir gerade im ländlichen Bereich ohne Hotelgäste nicht wirtschaftlich arbeiten können. Auch hier verzichten wir auf unser geliebtes Frühstücksbuffet im Hotel und saisonale Themenbuffets im Restaurant, um Infektionsketten auszuschließen.

Wir sind zum Erhalt unserer Kulturlandschaft (Weinberge) von einer Vermarktung unserer Weine und Produkte in unseren Betrieben abhängig. Die vielen Winzer fühlen sich allein gelassen. Die Vermarktung vor Ort ist nicht mehr möglich. Viele sind von der Belieferung der Gastronomie und Feste abhängig. Natürlich sind alle kreativ, von der Online-Weinprobe bis zum Wohnmobil-Dinner, aber ich frage mich: Wo bleibt die Kreativität der Politik?! Ängstlich und korrupt und an Zahlen hängend, ohne sie genau zu hinterfragen. Dabei gehen viele gewachsene gesunde Strukturen und Betriebe den Bach runter.

Selbst den engagiertesten Kollegen fehlt langsam die Power. Wofür etwas organisieren und aufwendig planen, wenn die Politik dies mit abstrakten Zahlen wieder umwirft?! Wir erwarten klare und wirtschaftlich machbare Öffnungsperspektiven. Nicht wir zuerst und dann wieder zuletzt! Respekt vor der Leistung unserer Betriebe! Eine Möglichkeit, wieder Gäste zu beherbergen in sicheren Betrieben! Öffnungen von Gastronomie und Hotellerie unter den Hygienebestimmungen vom letzten Jahr! Wenn das alles nicht möglich ist, steuerfreie Hilfen nicht nur für uns auch, sonder vor allem für die Mitarbeiter!

Wir möchten so gerne weiter für unsere Gäste da sein, das ist und bleibt unser erstes Ziel, für das wir immer schon viel Energie liebevoll aufgewendet haben.

Pia Schmitt, Longuich

Planlos geht der Plan los: Die lang ersehnten Lockerungen sind da, die Frage ist nur: Für wie lange wird die absurde Normalität dieses Mal anhalten? Steigende Inzidenzwerte lassen schon die Diskussion über den Lockdown Nummer drei aufkommen. Überraschend ist das nicht, mehr Menschen, die unterwegs sind, bedeuten mehr Kontakte und mehr Infektionen, gleichzeitig wird durch die Einführung der Schnelltests für zu Hause mehr getestet, auch das lässt die Infektionszahlen ansteigen. Doch zwischen dem Impfdebakel, der Maskenaffäre und den Landtagswahlen scheinen manche vergessen zu haben, dass das wichtigste, ein langfristiges Konzept für ein Leben mit dem Virus, irgendwie immer noch fehlt.

Der nette Plan der Kanzlerin von der Bund-Länder Konferenz am 3. März mag zwar geordnet aussehen, aber es ergibt sich keine langfristige Lösung daraus. In dem Plan wird versucht, Lockerungen und Lockdown zu vereinbaren. Im Endeffekt machen die Bundesländer doch alles auf ihre Art und Weise. Der momentane Flickenteppich ist brandgefährlich und bedeutet Konflikte zwischen den Bundesländern untereinander und zwischen Bund und Ländern. Einen weiteren Lockdown werden die meisten nur schwer verkraften, die Zustimmung für die Corona-Politik der Bundesregierung nimmt rasant ab.

Viktoria Karls, Trier