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Bitte keine Ping-Pong-Spiele!

Wir laden Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zum Dialog ein. Sagen Sie uns Ihre Meinung! Das Motto: Leser fragen - die Chefredaktion antwortet.

Hans Jörg Krames aus Wittlich fragt: Ich bin Sprecher des Stadtverbandes von Bündnis 90/Die Grünen in Wittlich und schreibe hin und wieder Leser briefe. Als Funktionär dürfe ich mich aber zu kommunalpolitischen Themen in den Meinungs-Spalten des Lokalteils nicht äußern, sagte mir die TV-Redaktion. Eine ebenso merk- wie fragwürdige Bestimmung, finde ich. Ist das wirklich so?Lieber Herr Krames, vielen Dank für Ihre Frage. Die lokale Politik ist ein Schwerpunkt in der Berichterstattung des TV. Unsere Reporter schreiben über die Arbeit der kommunalen Parlamente, greifen Tag für Tag aktuelle Themen auf. Sie recherchieren, sie fragen die Betroffenen vor Ort. Sie interviewen und zitieren die Volksvertreter in den Räten der Städte, Kreise und Gemeinden, die Parteifunktionäre und die Experten der Verwaltungen. Mit anderen Worten: Wer auf kommunaler Ebene etwas bewegt, der "kommt vor" im TV. Die Debatten aus den Räten in Leserbrief-Duellen fortzuführen, wäre für die meisten Leser langweilig - weil im Stil eines Ping-Pong-Spiels die bekannten Argumente ausgetauscht werden. Ping-pong, ping-pong, ping-pong - immer hin und her. Leserbrief-Seiten sollten "Normalbürgern" vorbehalten bleiben: als eine Art Marktplatz, auf dem Meinungen "jenseits der Parlamente" ausgetauscht werden. Es kommt noch etwas hinzu: Manche PR-Handbücher enthalten den "Tipp", Leserbriefe als effektives Instrument der Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen. Politiker und Lobbyisten aller Art versuchen, ihre Themen zu platzieren. Dabei werden gerne auch mal Freunde, die nicht als Funktionäre in Erscheinung treten, ermuntert, einen Leserbrief zu schreiben. So entstehen gesteuerte Kampagnen - die das Gros der Leser ablehnt!Rund zehn Prozent aller Leserbriefe im TV stammen aus der Feder von parteipolitischen "Würdenträgern" oder erklärten Anhängern - das ist im Vergleich der deutschen Zeitungen eine niedrige Quote. Dafür kommen umso mehr "Privatmenschen" zu Wort. Als ein solcher sind Sie, lieber Herr Krames, wie alle anderen TV-Leser eingeladen, sich zu äußern. Etwa zu sozialen oder bundespolitischen Themen - nur eben nicht zur Kommunalpolitik, die Sie selbst mitgestalten.Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!Peter Reinhart, stellvertretender ChefredakteurFragen zur Zeitung? Lob, Kritik, Anregungen?E-Mail: forum@volksfreund.deBrief oder Postkarte:Trierischer Volksfreund, ForumHanns-Martin-Schleyer-Str. 854294 Trier