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Natur: Blühende Landschaften – zur Freude von Mensch und Getier

Natur : Blühende Landschaften – zur Freude von Mensch und Getier

Zur Berichterstattung über Landwirtschaft und Insektensterben schreibt Günter Hunsicker:

Dieses Thema führt seit Jahren zu hitzigen Diskussionen und Streit innerhalb der Parteien, „obwohl Insekten sicher keiner Partei angehören“. Es darf jedoch nicht so weit kommen, dass die Landwirtschaft als der Alleinschuldige des Insektensterbens ausgemacht und an den Pranger gestellt wird. Statt gegenseitiger Schuldzuweisungen sollte nach Lösungen gesucht werden, und das sind meistens Kompromisse.

Ohne Zweifel sind Insekten sowie die Artenvielfalt vieler Tiere und Kleinlebewesen überwiegend in den ländlichen Räumen zu finden, in der Natur. Wir Landwirte leben und arbeiten in und mit der Natur und tun alles Mögliche, auch diese möglichst zu erhalten und zu schützen.

Hier sollen in ausgewogener Weise diese Tiere leben, aber der Bauer muss auch hier leben können. Soweit es geht, muss der Pflanzenschutz mit Pestiziden eingeschränkt werden. Doch muss jedem bewusst sein, ganz ohne Pflanzenschutz geht es nicht. Jetzt schon wird jeder Quadratmeter in der Landwirtschaft mit modernster Technik überwacht. Der Bauer soll und muss noch in der Lage sein, auf seinem Eigentum ausreichend Nahrungsmittel für die Bevölkerung zu erzeugen. Wenn dies nicht mehr möglich ist, werden wir die Folgen in unserer noch intakten und schönen Kulturlandschaft sehen. Wir haben jetzt in der Corona-Zeit erlebt, was es bedeutet, von fernen Ländern abhängig zu sein.

Nun mein Vorschlag, wie das Leben von Insekten in den ländlichen Räumen besser als bisher gestaltet werden kann. Für Baugebiete und Straßen werden landesweit Flächen benötigt. Für diese Flächen müssen laut Gesetz sogenannte Ausgleichsflächen geschaffen werden. Statt diese einfach mit Gras einzusäen, sollten hier Blühwiesen entstehen. Des weiteren könnten Flächen an Gewässern, aus der „Aktion Blau“, in Blühwiesen umgestaltet werden. Die Rabatte an zig Kilometern Wirtschaftswegen sowie an Kreis- und Landesstraßen könnten mit 30 bis 40 Zentimeter hohen Wildblumen, Klee und Kräuterarten gestaltet werden, welche nur im Herbst abgemulcht würden – Kostenersparnis. An landwirtschaftlichen Flächen können Blühstreifen angelegt werden … so würden „blühende Landschaften“ entstehen. Um dieses umzusetzen müssten Bundes-, Landes- und Kommunalprogramme aufgelegt werden. Vor allem muss man es wollen, so wie etwa die Naturparks. Das Zusammenwirken zwischen Landwirtschafts-, Umweltministerium und Kommunalbehörden könnte hier eine wunderbare Landschaft schaffen, die allen Menschen Freude machen würde, und den Insekten Lebensraum geben würde.

Günter Hunsicker, Fisch