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Politik: Blut, Mühsal, Tränen, Schweiß

Politik : Blut, Mühsal, Tränen, Schweiß

Zu den Artikeln „Streit streitet wegen Ausgangssperre im Eifelkreis“ und „Landrat widerspricht sich selbst“ (TV vom 10./11. April) schreibt Hermann Dellwing:

In einer Krise kommen neben den negativen Auswirkungen auch so manche Kuriositäten zum Vorschein, so auch in der aktuellen Corona-Krise: Der Landrat des Kreises Bitburg-Prüm hat gegen seinen eigenen Beschluss geklagt, was mich unmittelbar an Baron Münchhausen erinnerte, der sich am eigenen Schopf aus den Sumpf zog. Es wird Zeit, dass die Impfungen dem Ganzen demnächst den Garaus machen, bevor noch mehr lokale Politiker Ähnlichkeiten mit „Josef Filser“ von Ludwig Thoma entwickeln. Der Mensch hat nicht für alle Erscheinungen in der Natur eine Wahrnehmung. Genauso wenig, wie er Röntgenstrahlen sehen kann, kann er sich exponentielles Wachstum vorstellen. Mit dieser Art Wachstum können nur Mathematiker und Naturwissenschaftler umgehen, etwa Angela Merkel, die nun endlich das Heft in die Hand nimmt. Vielen Politikern scheint diese Art Wachstum aber ein Buch mit sieben Siegeln zu sein, was sich in deren Öffnungsfantasien niederschlägt. Sie sollten sich eine Rede von Winston Churchill zum Vorbild nehmen, die er 1940 während des Zweiten Weltkrieges vor dem britischen Unterhaus hielt: „Ich habe nichts zu bieten als Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“. Vielleicht ist das die der Lage angemessene Botschaft.

Hermann Dellwing, Hermeskeil