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Brutalstmögliche Rendite-Maximierung

Brutalstmögliche Rendite-Maximierung

Zum Artikel "Schärfere Kontrollen sollen Futter sicherer machen" (TV vom 15./16. Januar):

Toll, trotz Dioxin in Lebensmitteln, also Mittel zum Leben, lehnt die CDU/FDP-Koalition im Agrarausschuss ein schärferes Vorgehen im Verbraucherschutz ab. Zu sehr verflochten sind die Politiker mit der Lebensmittelindustrie, wobei die Betonung auf "Industrie" liegt. Behördliche Kontrollen werden nur halbherzig ausgeführt. Man verlässt sich auf die Selbstkontrolle der Industrie. Die Politik ist zum Handlanger der Lobbyisten verkommen und setzt sträflich Gesundheit und Leben der Bürger aufs Spiel.

Ein weiterer Skandal: Die betreffende Skandal-Futterfett-Firma wurde erst im Oktober zertifiziert und ohne Kontrolle mit dem Siegel des Deutschen Bauernverbandes ausgelobt. Traurig, dass der Bauernverband seine eigenen Mitglieder somit in existenzielle Nöte bringt.

Das eigentliche Problem liegt aber in der Politik und dem durch sie vertretenen System der Rationalisierung, der brutalstmöglichen Rendite-Maximierung, koste es, was es wolle (auch Arbeitsplätze). Lebensmittel müssen immer billiger werden, weil erstens immer mehr Menschen (Niedriglöhner, Ein-Euro-Jobber, Familien mit niedrigem Einkommen) darauf angewiesen sind, billigst beim Discounter einzukaufen - deren Besitzer allerdings zu den reichsten Menschen in Deutschland gehören. Zweitens muss sich der Bauer der Marktmacht beugen, billigst seine Nahrungsmittel verkaufen. Drittens muss er, um finanziell über die Runden zu kommen, billig Futtermittel einkaufen. Viertens: Futtermittelhersteller machen einen fetten, hochkriminellen Reibach mit der Zumischung von billigsten dioxinhaltigen Fetten. Unsere Politiker aber beschwichtigen (im Auftrag ihrer Lobbyistenklientel?), dass vom Verzehr eines Frühstückseis keine gesundheitliche Gefahr ausgehe. Welch ein Volksbetrug!

Wie viel Gift haben wir Bürger seit Jahrzehnten schon serviert bekommen, ohne dass wir es wissen? Aber da kommt uns ja die Pharma-Industrie zu Hilfe, die uns über ihr Sprachrohr, Gesundheitsminister Rösler, die richtigen überteuerten Pillen verkauft. Höchste Zeit, dass Politik für den Menschen und gemeinsam mit den Menschen gemacht wird. Packen wir's an.

Hans-Joachim Selzer, Bernkastel-Kues

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