Bundeswehr

Zum Artikel "Schießen wie in der Militärklamotte" (TV vom 25. Januar) und zur Zukunft der Truppe:

Hellmut Königshaus, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestags und in dieser Eigenschaft Hilfsorgan der parlamentarischen Kontrolle über die Streitkräfte, hat in seinem Jahresbericht gravierende Mängel und Fehlentwicklungen bei der Bundeswehr aufgeführt. Solange nach dem Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht im Juli des vergangenen Jahres keine auch im Detail feststehende Neustrukturierung der Streitkräfte feststeht, solange der Umbau zur Freiwilligenarmee sowie Klarheit über Standortschließungen und Verkleinerungen nicht definiert sind, werden Verunsicherung und schlechte Stimmung weiterhin den Alltag der Truppe überschatten. Hinzu kommen fehlende Laufbahnperspektiven und die Belastung des Privatlebens durch Umzüge und Pendeln zwischen Standort und Wohnung. Der Wehrbeauftragte, der den Soldaten als Vertrauensperson außerhalb der Bundeswehr dient, beanstandet vor allem die Entsendung von Soldaten in Kriegs- und Krisengebiete ohne ausreichende und vor allem brauchbare Ausrüstung. Hier muss die politische und militärische Führung handeln. Wer wegen Geldmangel, Sparzwang oder Fehlplanung für einen potenziell tödlichen Einsatz seine Soldaten nicht ausreichend trainiert, ausbildet und ausrüstet, handelt fahrlässig. Denn er nimmt in letzter Konsequenz Verletzungen und Tod in Kauf. Diese Mängel müssen vorrangig abgestellt werden, damit motivierte Soldaten ihren Auftrag als global einsetzbare Truppe erfüllen können. René Schenten, Trier