1. Meinung
  2. Leserbriefe

Gesundheit: Danke für nichts

Gesundheit : Danke für nichts

Zum Artikel „Neues Gesetz: Neuwahl der Pflegekammer vorerst ausgesetzt“ (TV vom 27. August) schreiben Hans-Jürgen Müller und Ellen Denzer:

Als langjähriger Krankenpfleger und Gewerkschafter bin ich entsetzt über den neuerlichen Kampf, den Michael Quetting, der Pflegebeauftragte von Verdi Rheinland-Pfalz/Saarland, gegen die Pflege und die Pflegekammer anzettelt. Es geht Verdi offensichtlich mal wieder nur darum, sich zu profilieren und von einem möglichen Kammerwahlkampf mitten in einer Pandemie zu profitieren. So werden nämlich kleinere Konkurrenz-Listen ohne einen großen Gewerkschaftsapparat im Rücken direkt verhindert oder zumindest in ihren Handlungsmöglichkeiten stark eingeschränkt.

Gerade in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz mit vielen kleinen Einrichtungen der Altenpflege oder ambulanten Pflege ist es wichtig, dass jeder die gleiche Chance bekommt, eine Liste aufzustellen und Wahlkampf zu führen. Für Verdi bedeutet mehr Pandemie und weniger Konkurrenz gleich mehr Macht für sich selbst. Ist es Zufall, dass eine Wahlverschiebung um gerade mal acht Monate aufgrund einer Pandemie hier in zweifacher Hinsicht von Verdi zu Wahlkampfzwecken missbraucht wird? Wohl kaum.

Hans-Jürgen Müller, Oberemmel

Ein Applaus hier, Merci-Schokolade da, und zum krönenden Abschluss wird ein Lavendel-Strauch gepflanzt. So sieht also der Dank für die sogenannten „Corona-Helden“ in der Pflege aus. Als Krankenschwester mit über 20 Jahren Berufserfahrung habe ich schon einiges durchmachen müssen, aber diese Ignoranz von Politik und vor allem Gewerkschaften bringt das Fass zum Überlaufen. Verdi sieht sich gerne als Verfechter für bessere Arbeitsbedingungen, hat aber in den letzten Jahrzehnten für die Pflege so gut wie nichts erreicht. Ich persönlich kenne niemanden in der Pflege, der von Verdi vertreten wird. Niemanden! Wer ständig nur Sachen verspricht und mit den eigenen Erwartungen hinterherhinkt, der muss sich am Ende auch nicht wundern, dass er niemanden mehr vertritt.

Da werde ich lieber von der Pflegekammer mit einer Berufsordnung vertreten, die mir im täglichen Arbeiten Unterstützung gibt. Mehr Gehalt wäre auch gut, aber da gibt es ja nur den Lavendel-Strauch. Verdi, danke für nichts!

Ellen Denzer, Klüsserath