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CDU-Vorsitz
Das Ergebnis ist schon bitter

Demokratie ist eins mehr als die Hälfte. Klar, aber es bedeutet, dass bei einem weniger als die Hälfte eine beinah gleichgroße Anzahl eine andere Meinung haben. Das ist bei allem Lächeln und bei allen verbalen Beteuerungen, nun gemeinsam der Siegerin zu folgen, bitter. Von Hans-Georg Becker, Schweich

Oft kommt danach ein Großreinemachen. Bin gespannt, wie es weitergeht.

Nachdem Herr Merz wieder einfaches CDU-Mitglied ist, ist es umso wichtiger, dass Herr Spahn auf dem Schiff bleibt. Fakt ist, dass Frau Kamp-Karrenbauer nur hauchdünn gewollt und somit nicht überzeugend gewählt wurde.

Es ist für meine CDU kein Solidar­ergebnis.

Es haben sich zwei Richtungen geoutet, die sich nur mit 35 Stimmen mehr in die eine statt gegebenfalls in die andere Richtung getrennt haben.

So ein Ergebnis trägt für eine Volkspartei das Risiko in sich, dass wir uns nicht vertrauen werden – den verbalen Appellen zum Trotz. Im Parlament mit einer knappen Mehrheit leben zu müssen, ist etwas anderes, als in einer Partei nur gerade mal die Hälfte der Delegierten als Handlungsvollmacht zu haben.

Seit 1973 bin ich Mitglied der CDU und bekenne, dass mich das den Parteitag spaltende Ergebnis nervös macht. Ich hätte mir eine überzeugendere Mehrheit als Ergebnis gewünscht. Hoffe nun sehr, dass nichts implodiert und Deutschland sich auf die CDU wieder als zuverlässige Volkspartei verlassen kann. Wie gesagt: Ich bin schon nervös.