Ernährung: Das kann Trinkwasser nicht leisten!

Ernährung : Das kann Trinkwasser nicht leisten!

Zu unserem Artikel „Leitungswasser als besserer Durstlöscher“ (TV vom 16. August) schreibt Dr. med. Peter Krapf, Trier:

Wasser aus dem Hahn ist aus Sicht von Bundesumweltministerin Svenja Schulze als Getränk das Mittel der Wahl. Sie ruft dazu auf, Leitungswasser zu trinken. Trinkwasserbrunnen seien eine gesunde und umweltfreundliche Alternative.

Laut Nationaler Verzehrsstudie II des Bundesministeriums für Ernährung  erreichen 46 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen die empfohlene tägliche Zufuhr an Calcium nicht. Ähnlich verhält es sich mit dem Magnesium!

Diese Mineralstoffzufuhr durch Mineralwasser soll nun entfallen! Und das, obwohl wir in unserer Region über besonders gesundheitsfördernde, mineralstoffreiche Mineralwässer verfügen, die bis zu 348 mg/l Calcium, bis zu 241 mg/l Magnesium und 2451 Hydrogencarbonat (HCO3-) beinhalten.

Leitungswasser kann das in der Region Trier nicht leisten!  Je  nach Quelle finden sich in Trier 17,7 bis 35,9 mg/l Calcium und 1,06 bis 2,67 mg/l Magnesium im Leitungswasser. Das bedeutet, 20 bis 220 Liter Leitungswasser entsprechen dem jeweiligen Mineralgehalt in einem Liter des Mineralwassers. Das können wir unmöglich täglich trinken!

Es geht aber um die Zufuhr lebenswichtiger Mineralstoffe, gut verträglich, gut resorbierbar und dazu noch kalorienfrei, ohne Gefahr für Adipositas!

Wird zu wenig Calcium und Magnesium über die Nahrung zugeführt, erfolgt dies beispielsweise zulasten der Knochenstabilität!  Osteoporose droht. Gefürchtet ist dann der Oberschenkelhalsbruch.

Bis zu einem Drittel sterben innerhalb eines Jahres, mehr als 50 Prozent bleiben zeitlebens in ihrer Alltagsaktivität eingeschränkt.  Der überwiegende Anteil unserer Bevölkerung neigt zur Übersäuerung mit drohender Gefahr chronischer Erkrankungen.

 Zum Ausgleich des Säure-Basen- Haushalts verfügt unser Körper über Puffersysteme, zu denen in erster Linie Bicarbonat und Mineralien wie Calcium, Kalium, Natrium und Magnesium gehören. Auf eine ausreichende Versorgung mit bikarbonatreichem Mineralwasser (mit über 1500 mg Bikarbonat) ist deshalb zu achten. Sie tragen auch zur Vorbeugung von Harnsteinen und Gicht bei.

Das alles leistet Trinkwasser nicht! Laut Bundesministerium für Ernährung nehmen sowohl Männer als auch Frauen die größte Menge an Calcium über Milch/-erzeugnisse und Käse auf. Was ist mit denen, die dies nicht mögen oder nicht verwerten können, z.B. bei Laktoseintoleranz?

Auch zu viel Milch kann zur Übersäuerung (und dadurch sogar zu einem gesteigerten Knochenabbau) führen, stand mal in der Ärztezeitung als Tipp des Tages!  Was ist mit den Sportlern, die vermehrt Mineralien durch Schwitzen verlieren?

Die sollen dann alle künftig auf den  Calciumlieferanten Nummer zwei (und gleichzeitig auch noch der Magnesiumlieferanten Nummer eins), die alkoholfreien Getränke, verzichten?

Weitere Lebensmittelgruppen spielen nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung keine bedeutende Rolle für die Calciumzufuhr.