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Das massenhafte Sterben von Fischen ist alles andere als „öko“

Wasserkraft

Zum Artikel „Strom aus Wasserkraft: Klimawandel forciert den Ausbau“ (TV vom 27. November) erhielten wir folgende Zuschrift:

Schon die Überschrift „Klimawandel forciert den Ausbau“ des Artikels gibt den suggestiven und falschen Ansatz wieder. Wer einen solchen Unsinn die Lesern glaube machen will, versteht entweder nichts von der marginalen, Fische und viele andere Wassertiere tötenden Stromerzeugung aus Wasserkraft oder er ist Lobbyist und vertritt die Gewässerzerstörer und Tierquäler entlang unserer Fließgewässer. Noch viel schlimmer ist, dass ausgerechnet ein grüner Staatssekretär sich für eine solche tier- und artenschutzwidrige „Öko“-Stromerzeugung einsetzt, an der überhaupt nichts öko ist! Im Gegenteil!

Es werden derzeit zum Beispiel die seit Urzeiten hier existenten Aale von Wasserkraftanlagen mit modernen Turbinen ausgerottet und die Wiederansiedlung von Lachsen und anderen Wanderfischen in unseren Flüssen ad absurdum geführt. Massenhaft werden jeden Tag Fische getötet und in jedem Jahr rund 80 Prozent der Jungfische im ersten Jahr – also, die Fischgeneration bis zum ersten Lebensjahr – durch abrupte Druckunterschiede und Kavitation (die Bildung und Auflösung von dampfgefüllten Hohlräumen beim Durchgang durch die Turbinen) umgebracht.

In Wasserkraftanlagen gibt es nirgendwo einen funktionierenden Fischschutz! Durch die Stauanlagen und Wehre wurden die Fließgewässer zerstört und denaturiert, und in den langen Stauhaltungen wird das bis zu 35-fach klimawirksamere Methan (im Vergleich zu CO2) im Faulschlamm produziert, so dass es ein Segen für den Klimaschutz wäre, alle Wasserkraftanlagen abzubauen und die Flüsse wieder fließen zu lassen. Mit dem Fließen der Flüsse würde sich die Wasserqualität sofort erheblich verbessern, die Gewässerstruktur schnell natürlich hergestellt und die Durchgängigkeit (Fischauf- und Fischabstieg) kostenlos hergestellt.

Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) verlangt genau die Herstellung dieser „prioritären Ziele“, die mit Stauwehren nicht zu erreichen bzw. unbezahlbar ist und laut EU noch Millionen Euro teure Strafen nach sich zieht.

Von einem Umweltstaatssekretär und einer Umweltministerin sollte man erwarten, dass sie ein bisschen Wissen über Energiezusammenhänge hätten, doch anscheinend hat ein interessierter Schüler mehr Wissen als die meisten unserer Volksvertreter oder Minister.

Es ist blamabel, diesen unseren Volksvertretern zu solchen Themen zuzuhören und zu merken, wie sie mit Pseudoargumenten den Lobbygruppen auf den Leim gehen und unsinnige Dinge auch noch mit unserem Geld fördern!