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Gesundheit: Dass sie wirkt, erlebe ich täglich ...

Gesundheit : Dass sie wirkt, erlebe ich täglich ...

Zum Artikel „Ärztechef: Kein Geld für Homöopathie“ (TV vom 18. Oktober) schreibt Marianne Müller-Traut:

Ich bin immer wieder verwundert, mit welcher Vehemenz gegen die Homöopathie und Heilpraktiker gewettert wird und frage mich, welche und wessen Interessen im Hintergrund bedient werden. Aktuell dreht sich die Diskussion um die Kosten, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. 20 Millionen Euro erscheinen viel, jedoch in der Relation zu 40 Milliarden Euro macht dies 0,05 Prozent aus. In diesem Zusammenhang wäre eine Gegenüberstellung der Kosten von mehrfach oder überflüssig ausgeführten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen interessant, die das Kassensystem belasten. Zudem zahlen die meisten Patienten die Kosten bei einem Heilpraktiker aus eigener Tasche. Würden sie das tun, ohne einen Vorteil davon zu haben?

Niemand wird bestreiten, dass wir die „Schulmedizin“ brauchen. Aber auch dort gibt es nicht nur Licht, sondern auch sehr viel Schatten. Meine Erfahrung ist, dass viele Menschen, die mich konsultieren, einen langen Weg durch die medizinischen Disziplinen hinter sich haben und durchaus kritisch sind. Aber sie haben sich eine Offenheit bewahrt, Wirkungen, die wir (noch) nicht erklären können, nicht pauschal abzulehnen. Diese Offenheit wünsche ich mir auch bei den Kritikern. Wie die Homöopathie wirkt, kann noch nicht erklärt werden. Aber dass sie wirkt, erlebe ich täglich. Außerdem gibt es Ergebnisse aus der Grundlagenforschung mit Pflanzen, Weizenkeimen und Tieren, die eine Wirkung von homöopathischen Mitteln zeigen und nicht mit dem Placebo-Effekt erklärt werden können.

Es sollte im Gesundheitswesen nicht um „entweder oder“ gehen, sondern um „sowohl als auch“. Ein erster Schritt für eine integrative Medizin wäre schon ein respektvoller Umgang miteinander.

Marianne Müller-Traut, Kenn