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„Dauerstreit  Gesteinsabbau: Konsens nach neun Jahren“

Leserbrief : Nur ein erster Schritt zu einer Lösung

Zum TV-Artikel „Dauerstreit  Gesteinsabbau: Konsens nach neun Jahren“  (28. Oktober) schreibt diese Leserin:

Als langjährige Unterstützerin der „Interessengemeinschaft Eifelvulkane“ (IG) teile ich die Freude dieser Bürgerinitiative über die Entscheidung unserer gewählten Kreistagsmitglieder. Auf mehrere Resolutionen von Kreistag und Kommunen gibt es endlich eine klare Aussage für den Verzicht auf weitere neue Gruben und Erweiterungen im Bereich der bundesweit noch einmaligen Vulkanlandschaft.

Und gegen einen mit knapper Mehrheit vom Kreisausschuss im Mai diesen Jahres akzeptierten Vorschlag der Planungsgemeinschaft Trier, nach dem weitere 500 Hektar Erweiterungen der Tagebauflächen im Landkreis vorgesehen waren.

Die Bürgerinitiative ist sich auch im Klaren, dass dies nur ein erster Schritt zu einer Lösung des Konflikts der zu vielen Tagebauflächen und der weit überzogenen Abbaumengen ist.

Der Raubbau in den bereits genehmigten Tagebauflächen geht weiter, wenn die landesweite Schüttgutproduktion nicht besser verteilt und die Vulkaneifel damit entlastet wird. Der Regionalplan kann Abbaugenehmigungen nicht aufheben; er kann aber eine dezentrale Schüttgutproduktion in unserem „steinreichen“ Land als Ziel der Raumplanung festlegen.

Weniger Transporte mit Schwerlastverkehr und mehr Schutz unserer natürlichen Ressourcen wie Landschaft, Trinkwasser und Vulkangestein bleiben der Auftrag für Politik und nachfolgende Generationen.

Der im Kreisausschuss jetzt verabschiedete Teilplan zur Integration in den neuen Regionalplan ist tatsächlich eine Sensation und war als einstimmige Aussage der Kreispolitik nicht zu erwarten. Aufgrund der dort verwendeten neuen Planungsinstrumente und Vorgaben für die zukünftige Genehmigungspraxis ist es auch eine Art Revolution.

Die Arbeit der Naturschutzverbände und der große Einsatz der IG sind damit aber nicht abgeschlossen. Die Zustimmung zu einem politischen Konsens bei vielen ungeklärten Fragen und Konflikten bei einer Vielzahl von Gruben und Steinbrüchen bleibt weiter offen. Hinweise dazu gibt es auf der Internetseite der IG Eifelvulkane zu allen aktuellen Tagebauflächen.

Wir warten jetzt die Offenlegung des neuen Regionalplans in 2021 ab.