Denkmalschutz: Den Denkmalschutz mit einbeziehen

Denkmalschutz : Den Denkmalschutz mit einbeziehen

Stadtplanung

Zur Neugestaltung des Vorplatzes der St.-Markus-Kirche in Wittlich (Eingriff am Herzen der Stadt, TV vom 2. August) schrieb uns Willi Waxweiler:

Der Kirchenvorplatz von St. Markus in Wittlich soll erneuert und dabei umgestaltet werden. Zwei Varianten sind im Gespräch und dabei ein barrierefreier Durchgang zwischen Kirch- und Karrstraße.

Das Thema war am 24. Juli auf der Tagesordnung des Bau- und Verkehrsausschusses der Stadt Wittlich. Für mich als Zuhörer war alles, was da im Sitzungssaal zu sehen und zu hören war, sehr interessant, vor allem aber, wie sich die Ausschussmitglieder aus den Stadtteilen eingebracht haben. Statt das geschichtsträchtige Thema den Mitgliedern der Stadtmitte zu überlassen, kamen die Mitglieder aus den Stadtteilen als erste sehr ausführlich zu Wort.

Nach dem Denkmalschutz wurde nicht gefragt, obwohl die heutige St.-Markus-Kirche mit ihrer historischen Umgebung nicht nur das Herz der Stadt ist, sondern dieser Bereich für Wittlich eine ganz besondere historische Stätte ist, seit der Stadtwerdung Wittlichs anno 29. Mai 1291.

Die Kirche war hier nicht mitten im Dorf, an dieser historischen Stelle war und ist  sogar die Kirche mitten in der Stadt Wittlich. An dem heutigen, mehr als 50 Meter hohen Kirchturm ist die Jahreszahl 1709 zu lesen, die von morgens bis abends an die Geschichte der St.-Markus-Kirche mit ihrer Umgebung erinnert.

Wie in der Stadtplan-Rekonstruktion „Wittlich anno 1828“ zu sehen ist, war die heutige St.-Markus-Kirche seit dem Bau der Stadtmauer anno 1300 immer die geografische Stadtmitte von Wittlich innerhalb der Stadtmauer.

Wer die Stadtmitte von Wittlich suchte, der fand die Stadtmitte in der St.-Markus-Kirche. Wenn wir in Rheinland-Pfalz ein Denkmalschutzgesetz und eine zuständige Behörde haben, so sollte der Wittlicher Bau- und Verkehrsausschuss den Denkmalschutz an diesem historischen Bereich wohl von Anfang an beteiligen, nicht erst dann, wenn Bagger die Wittlicher Geschichte freilegen.

Eine Verkleinerung der ohnehin schon unangemessen kleinen Fläche am Kirchturm St. Markus, ein Platz, den ich als damaliger Messdiener seit mehr als 70 Jahren kenne, eine Verkleinerung des St.-Markus-Platzes, kommt für mich nicht infrage.

Eine barrierefreie Verbindung zwischen der Karrstraße, von der Ecke des Pfarrhauses auf das jetzige Höhenniveau des St.-Markus-Platzes und von dort eine Abfahrt in die Kirchstraße Richtung Burgstraße müsste technisch möglich sein.

Nur so wird an die reichhaltige Geschichte dieser historischen Stätte in der Stadtmitte erinnert!

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