Denkmalschutz

Zum Artikel "Differenzen bei Westwall-Bunkern" (TV vom 16. Juli):

Als ich um die Jahrtausendwende in den Ruhestand trat, war tagtäglich von der Schneifel her ein monotones Klopfen zu vernehmen. Neugierig, wie ich war, wollte ich genau wissen, was da oben geschah. Es stand hoch oben auf einer beliebigen Bunkerruine eine Maschine mit einem schweren, spitzen Hammer und schlug so lange auf die Trümmerreste ein, bis vom ehedem stolzen Bauwerk nur noch ein Hügel Bauschutt übrig blieb. Die Akteure an Ort und Stelle gaben sich wenig gesprächig, eher abweisend. Ihre Auftraggeber konnten über sie jedenfalls nicht ermittelt werden. Also gab ich mich ans Schreiben. Erhielt ich überhaupt eine Antwort, so war diese ausweichend oder enthielt gar sinngemäß die Frage: Was mich denn dieses Nazi-Monument zu interessieren hätte? So verschwand binnen weniger Wochen ein Restbunker nach dem anderen, sogar der Hemingway-Bunker! Da packte mich echt die Wut. Ich verfasste eine Anzeige wegen mutwilliger Zerstörung ungeschützten Kulturguts gegen Unbekannt und gab diese bei der Prümer Polizeistation ab. Bereits am nächsten Morgen war es still da oben auf der Schneifel. Das Hämmern hatte aufgehört, die Baumaschine wurde schleunigst abgezogen. Auf meine Anzeige hin erhielt ich ansonsten keine Reaktion. Bleibt dem Stiftungsrat Gelegenheit, darüber nachzudenken, was vom Westwall übrig geblieben wäre, wenn nicht andere (und ich kenne einige) sich rechtzeitig und vehement gegen die sinnlose Zerstörung zur Wehr gesetzt hätten. Nun nehmen nach demokratischer Manier im Stiftungsgremium Damen und Herren Platz, die vermutlich nichts, aber auch gar nichts für den Erhalt des Westwalls getan haben. Hauptsache, die Funktionäre erhalten ihre Sessel, nach Proporz, versteht sich. Hanns-Georg Salm, Gondenbrett