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Corona: Denn Sie wissen nicht, was sie tun ...

Corona : Denn Sie wissen nicht, was sie tun ...

Zum Thema Corona schreibt Kerstin Arens

Zum Thema Corona schreibt Kerstin Arens:

Zwei Tage vor Ferienbeginn, der letzte Unterricht an der Musikschule, die Kinder sind voller Vorfreude auf die Sommerferien in diesem anstrengenden zweiten Corona (Schul)Jahr.

Am Sonntagvormittag kommt die Ernüchterung: eine WhatsApp des Lehrers informiert über dessen positiven Test – keine Symptome, im Unterricht wurde Mund-Nasen-Schutz getragen. Er verspricht Klärung durch das Gesundheitsamt, für ihn zuständig ist Bitburg. Eine Stunde später Entwarnung, laut Gesundheitsamt wurden die Hygienevorschriften eingehalten und die Schüler gelten nicht als Kontaktpersonen. Dass wir in den nächsten Tagen mit Kontakten noch vorsichtiger sein werden, versteht sich für uns Eltern von selbst, aber was dann kommt beschreibt das Unvermögen unserer Ämter.

Am Montag ca. 11.30 Uhr werden wir vom Gesundheitsamt in Wittlich kontaktiert und für die Kinder unverzüglich eine 14-tägige Quarantäne inclusive zwei PCR-Tests angeordnet – keine Möglichkeit, diese vorzeitig zu beenden. Offensichtlich hatten besorgte Eltern in Wittlich nachgehört und laut Auskunft der Kreismusikschule hat das Wittlicher Gesundheitsamt die Lage anders eingeschätzt, als die Bitburger Nachbarbehörde.

Eine Information der Leitung der Kreismusikschule erfolgte wohl nicht. Die Mitarbeiter befanden sich alle im wohlverdienten Urlaub, den sie dann auch im Gegensatz zu den betroffenen Schülern unbeschwert genießen konnten. Allerdings ist bislang nicht geklärt wie das Gesundheitsamt an die Kontaktdaten der Eltern gekommen ist. Ebenfalls stellt sich die Frage: Warum war das Hygienekonzept nicht ausreichend? Kann man dies bei Institutionen, die einer Behörde angehören nicht erwarten? Und warum sieht das Gesundheitsamt dann keine Veranlassung, die Musikschule darauf hinzuweisen?

Glücklicherweise waren die PCR-Tests der Kinder negativ, der zweite  Test wurde am Dienstag beziehungsweise Mittwoch durchgeführt, das Ergebnis lag Mittwoch beziehungsweise Donnerstag früh vor, trotzdem wurden wir vom Gesundheitsamt darauf hingewiesen, dass die Quarantäne bis Donnerstag 24 Uhr einzuhalten sei. Die schriftliche Quarantäneanordnung liegt uns bis heute nicht vor.

Verstehe das, wer möchte, wenn in Tokio der Zimmergenosse eines positiv getesteten Sportlers am nächsten Tag in den Wettkampf starten darf – aber ganz sicher haben die beiden in ihrem Zimmer ständig alle Hygieneregeln eingehalten. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Unser Vertrauen als Eltern in Hygienekonzepte und unsere Ämter ist jedenfalls nachhaltig gestört.