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Der alte Mann in Rom hat gut reden

Der alte Mann in Rom hat gut reden

Zum Artikel "Trierer Bischof rügt Reform-Theologen" (TV vom 14. Februar):

Es ist herzerfrischend, im TV zu lesen, dass 200 Theologie-Professoren eine Forderung nach tiefgreifenden Kirchenreformen unterschrieben haben. Sogar Diktatoren in der arabischen Welt mussten in den letzten Tagen begreifen, dass ihr Herschersystem nicht mehr haltbar ist. Die katholische Kirche hat in ihrer Betonköpfigkeit noch immer nicht verstanden, dass der Teil der aufgeklärten Menschen vielen Klapperstorchtheorien nicht mehr folgen können.

Das ist doch wohl der Hauptanlass, weshalb Tausende Gläubige die Kirche verlassen. Würde sich die Kirche öffnen und sich den Erkenntnissen der Wissenschaft und Forschung anpassen, wären ihre Probleme viel geringer. Das Problem für die Kirche ist auch, dass die allermeisten Menschen in unseren Breiten lesen, schreiben, telefonieren und im Internet surfen können. In den Zeiten, als man die Menschen noch dumm und arm gehalten hat, konnte man sie mit Drohungen wie Tod, Teufel und Hölle von der Kanzel herab einschüchtern.

Weil das nicht mehr funktioniert, hat die katholische Kirche die vielen Austritte. Wäre der Zölibat aufgehoben, dann bräuchte so manche Frau den Vater ihrer Kinder nicht zu leugnen und müsste ihr Kind nicht allein aufziehen. Den etwa 30 Millionen Aidskranken auf der Welt rät die katholische Kirche, sexuelle Enthaltung zu üben, statt zu verhüten. Der alte Mann in Rom hat gut reden.

Der ehemalige amerikanische Präsident und Kriegstreiber Bush wurde vor seiner letzten Wahl im Vatikan mit allen Ehren empfangen. Laut Volksfreund vom 8. Oktober 2005 hat Herr Bush erklärt, "...er habe von Gott persönlich die Aufforderung zum Einmarsch im Irak erhalten". Aufschrei der katholischen Kirche? Fehlanzeige! Was sagt die katholische Kirche zu dem moralischen Tiefflieger Berlusconi? Wir warten noch!

Der Kardinal und Erzbischof Meisner vergleicht die PID (Präimplantationsdiagnostik) laut TV vom 29. Dezember 2010 mit den Morden von König Herodes an Tausenden quicklebendigen Jungen im Alter bis zwei Jahre. Man mag zu der PID stehen wie man will, aber auch Kinder haben ein Recht auf ein würdiges Leben und weniger Leid.

Lieber Bischof Ackermann, nur weiter so, dann gibt es bald noch mehr Leerstände bei kirchlichen Immobilien!

Norbert Schuh, Schweich

katholische kirche