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Justiz: Der Misserfolg hat viele Väter

Justiz : Der Misserfolg hat viele Väter

Zu den Artikeln „Höchstes Gericht: Ex-Minister Ingolf Deubel muss ins Gefängnis“ (TV vom 23. September) und zu den Leserbriefen unter der Überschrift „Der eine sitzt, die anderen laufen weiter“ (TV vom 30. September) schreibt Manfred Rudolf:

Liest man die Leserbriefe zum Thema Nürburgring, hat man den Eindruck, dass die Landesregierung unter Kurt Beck unter Biegen und Brechen über Parteigrenzen hinweg das Großprojekt Nürburgring 2009 durchsetzen wollte. Wäre das denn überhaupt möglich gewesen? Natürlich nicht. Für mich hat der Misserfolg Nürburgring viele Väter.

So haben sich in der Vergangenheit auch Eifeler CDU-Politiker für das Projekt Nürburgring ausgesprochen und davon geschwärmt, dass der „Tourismusmagnet“ neue Standbeine brauche, falls die Formel 1 nicht mehr auf dem Ring austragen wird.

Allen voran der Landrat des Kreises Ahrweiler, Dr. Jürgen Pföhler. Er war stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Nürburgring GmbH, seine Einstellung zum Projekt war immer positiv, und so schwärmte er beim Spatenstich in seiner Rede: „Eine Vision ist Wirklichkeit geworden.“ Zur Grundsteinlegung für den neuen Nürburgring am 12. April 2008 soll er gesagt haben: „Wir wollen, wir werden und wir müssen in der großen Liga spielen. [….] Wir können es träumen – und wir können es tun.“ Jetzt ist alles vergessen? Auch Dr. Pföhlers Verantwortung als Genehmigungs- und Überwachungsbehörde? Der CDU-Kreisverband Ahrweiler bekannte sich „klar zum Nürburgring und zu dem Großprojekt ,Nürburgring 2009’. Der ,Ring’ nimmt in der strukturschwachen Eifel eine eminent wichtige strategische Schlüsselposition ein. Als Wirtschaftsmotor Nummer 1 ist er ein wichtiger Garant für Arbeitsplätze, Firmenaufträge und vor allem für den florierenden Tourismus. Bereits heute sichert der Nürburgring Tausende von Arbeitsplätzen. Für die Zukunft braucht er neben dem Motorsport neue Standbeine“ (Zitat von der Homepage).

Leider sieht man nur, was man glaubt, aber glaubt nicht was man sieht. Seit Jahren zeigt man mit dem Finger nur in Richtung Landesregierung und des Ministerpräsidenten Kurt Beck. Unter den Namen, die viele ebenfalls auf die Anklagebank neben dem kürzlich verurteilten ehemaligen Finanzminister Ingolf Deubel sitzen sehen wollen, habe ich nicht einen Namen der CDU gefunden.

Wie man unschwer bei ehrlicher Betrachtung feststellen kann, gehört die CDU mit ins Boot, und sie kann sich nicht aus der Verantwortung stehlen, geschweige noch Öl ins Feuer gießen.

Manfred Rudolf, Föhren