Klima: Dicke Mauern, autofreie Sonntage

Klima : Dicke Mauern, autofreie Sonntage

Zur Berichterstattung über die jüngste Hitzewelle schreibe Ullrich Papschik und Wolfgang Riehm:

Die Umweltministerien warnen jetzt ständig vor der Waldbrandgefahr, was der Schadensvorsorge, aber nicht dem Klima dient. So ist das oft, wenn sich eine Umweltkatastrophe ereignet.

In den 70er Jahren (Ölkrise) gab es autofreie Sonntage. Wegen des ersten Irakkriegs und später wegen Sturmwarnungen fielen Karnevalsfeiern aus. Als Tschernobyl 1986 explodierte, wurde Gras untergepflügt und Milchpulver in Eisenbahnwagen gelagert (später nach Russland transportiert), Wild und Pilze waren in einigen Gebieten ungenießbar. Wegen zu hoher Ozonwerte wurde in zurückliegenden Jahren der Verkehr eingeschränkt.

Der Dieselumwelt-Skandal ist fast wieder aus den Schlagzeilen verschwunden, nun kommen Jugendliche und Schüler mit ihren Freitagsdemos, aber Verkehr und Industrie brummen „lustig“ und gewinnträchtig weiter. Aufgrund der immer neuen Hitzerekorde sind gesteckte Umweltziele in zehn bis 15 Jahren viel zu unrealistisch, und Wasser sparen und viel trinken macht das Klima auch nicht spürbar besser.

Es wäre doch eine viel gezieltere Maßnahme, kurzfristig ab August  die autofreien Sonntage wieder zu beleben und gleichzeitig die flugfreien Wochenenden zu kreieren. Dies wäre hör,- fühl- und messbar eine Klimaschutzmaßnahme, die zwar viele treffen würde, aber letztendlich zum gemeinsamen Handeln für den Klimaschutz beiträgt, ganz im Sinne der Freitagsdemonstrierer.

Für die Kirchen mit ihren Austrittskrisen hätte dies gleichzeitig den Nebeneffekt, dass die Bürger wieder mehr Zeit hätten, die Sonntagsgottesdienste zu besuchen, um über ihre Umweltsünden nachzudenken.

Ullrich Papschik, Bitburg

Die Bürgermeister in den Ort­schaften mit alten, leerstehenden Häusern bekommen jetzt ein positives Argument für die Zukunft: In meinem alten Bauernhaus habe ich –  bei einer Außentemperatur von 35 Grad – im Wohnbereich konstant 22 Grad und im Obergeschoss 25 bis 27 Grad. Sehr angenehm. Also, die Häuser mit den dicken Mauern nicht so schnell abreißen!

Wolfgang Riehm, Schillingen

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