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Die falschen Schlüsse gezogen

Die falschen Schlüsse gezogen

Zum Artikel "Sie tanzten nur einen Herbst" (TV vom 30. Dezember):

Auch ich finde es sehr schade, dass das Trierer "Karussell" nach vier Monaten Testphase wieder schließen muss, wobei ich es durchaus verstehen kann, dass man auf Dauer keine Lust hat, sich mit Verwaltung oder Gastronomie zu beschäftigen, wenn man doch eigentlich Theater machen will.

Voll und ganz stimme ich auch mit Dieter Lintz überein, dass es in Trier eine junge und lebendige Kunst- und Kulturszene gibt. Das zeigt sich unter anderem auch daran, dass die Räumlichkeiten der Tufa - auch von jungen Kulturschaffenden - durchgehend ausgelastet sind und dass es mit Ausnahme einiger Vormittagsstunden keine freien Raumkapazitäten mehr gibt. Der Aussage der "Karussell"-Macher folgend ist dies übrigens auch der Grund, weswegen die Tufa ihren Vorstellungen nicht entspricht: Wir haben leider nicht die Möglichkeit, einen Probenraum für mehrere Wochen dauerhaft zur Verfügung zu stellen.

Es wäre schön gewesen, wenn Dieter Lintz hier etwas genauer die Hintergründe offengelegt hätte. Es stimmt nämlich keineswegs, dass die "Karusseller" die Tufa nicht nutzen wollen: Wir stehen mit Roman Schmitz und Immanuel Bartz schon seit längerem in intensivem Kontakt. Es gibt ein großes Interesse, bei uns aufzutreten, und wir planen für 2011 ein größeres gemeinsames Projekt.

Trotzdem hat der TV-Reporter recht: Die junge Szene braucht Platz, um kreativ und eigenständig arbeiten zu können, ohne als Gastronom oder Verwaltungsmensch tätig werden zu müssen.

Leider zieht Lintz in seinem Kommentar meiner Meinung nach die falschen Schlüsse aus dieser Erkenntnis. Nicht einen äußerst lebendigen und intensiv genutzten Kulturort wie die Tufa sollte er infrage stellen, vielmehr sollte er als sinnvolle Ergänzung für das Kulturleben der Stadt eine "Probebühne" fordern, die dann für die einzelnen freien Gruppen zur Verfügung stehen könnte. Die Tufa würde dafür gerne die damit einhergehende Verwaltungsarbeit übernehmen.

Teneka Beckers, Geschäftsführerin Tufa e.V.

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