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Politik: Die Hähne krähen, aber sie tun etwas, immerhin ...

Politik : Die Hähne krähen, aber sie tun etwas, immerhin ...

Zum Leserbrief „Wie die Hähne in der Balzzeit“ (TV vom 24./25. November) und zur Berichterstattung über die Kandidatenkür der CDU schreibt Eva Reuter:

Christa Stock bekundet in ihrer Zuschrift ihre Sympathie für Annegret Kramp-Karrenbauer als Vorsitzende der CDU, weil sie als Frau wohl ähnlich wie Angela Merkel die Geschicke unserer deutschen und Außenpolitik mit viel Gefühl und Besonnenheit lenken würde.

Hat Frau Stock (in einer früheren Version dieses Leserbriefs hieß es irrtümlich: Frau Kramp-Karrenbauer) Kinder und fühlte sich in den letzten Jahren in unserer Familienpolitik gut aufgehoben? Waren ihre Kinder (wenn vorhanden) Schüler in unseren derzeitigen Schulen, in denen Unterricht ausfällt, Lehrer unplanmäßig wechseln und diverse Lernmethoden über den Haufen geschmissen werden, nicht zu reden von fehlendem Lehrmaterial (Computer et cetera) und unzumutbaren hygienischen Einrichtungen?

War sie schon mal in einem Krankenhaus, in dem keine Zeit ist, ein Schmerzmittel zu verabreichen, weil das Personal am Limit arbeitet? Meine Schwester hat jahrzehntelang in einer Notaufnahme gearbeitet. Die Bedingungen wurden immer schlechter und die Bezahlung beim Trägerwechsel immer weniger. Sie hat gekündigt, um nicht krank zu werden.

Jetzt hat einer dieser Balzhähne aus dem Leserbrief von Frau Stock, oder, wie sie sich ausdrückt, der Träger eines maßgeschneiderten Anzugs, endlich mal Maßnahmen in die Wege geleitet, anstatt alles auszusitzen, nämlich der amtierende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Zu dem anderen „Hahn“, Friedrich Merz, kann ich nur sagen, dass Frau Merkel damals viel Energie (mehr als für die Probleme ihres Landes) aufgebracht hat, um ihn aus der Politik zu drängen, weil er anderer Meinung war als sie – in einer Demokratie normal, oder?!  Ist sie mit dem Umgang unserer Umwelt einverstanden, einer Umwelt, die wir von der nächsten Generation nur geborgt haben? So gut, wie wir jetzt darin leben, wollen es auch alle, die nach uns kommen. Frau Merkel, die meines Erachtens der Wirtschaft viel zu nahesteht, hat in den letzten Jahren alles getan, um die Wirtschaftsbosse von VW & Co. oder der Energiekonzerne zu hofieren. Wo bleibt da die Besonnenheit?

Sie wusste um alle Probleme in allen Bereichen des Lebens und hat nichts unternommen, um ihren Wählerauftrag zu erfüllen. Wenn Frau Kramp-Karrenbauer, die wie ich finde, seit ihrem Wechsel vom Saarland nach Berlin das Sprachrohr von Frau Merkel ist und das auch bleibt, deren politisches Erbe  antritt und weiterführt, kann ich nur sagen: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ Und für die Zukunft meiner beiden Söhne schwant mir nichts Gutes.

Eva Reuter, Konz-Krettnach