Die Hälfte in die Luft

Biogas ist doch eine tolle Sache, glaubt man zumindest, weil ja das Wort "Bio" drin ist. Jedoch ist nicht immer, wo "Bio" drauf steht, auch "Bio" drin! Wenn ich zur Arbeit fahre, komme ich gleich an zwei Anlagen in Meckel und Kaschenbach vorbei, die vorbildlich arbeiten.

Die Größe ist überschaubar und steht auch im Einklang mit dem vorhandenen Land. Hier wird sogar die Wärme über Fernleitungen verkauft, was zu Einsparungen bei Heizöl und Abgasen führt. Da kann man doch getrost von "Bio"-Gasanlage sprechen. Fahre ich woanders hin, sehe ich auch welche, die brav tuckern und auch jede Menge Strom liefern, doch was ist mit der Wärme? Wenn ich mir ein neues Haus bauen will, muss ich mich an eine strenge Wärmedämmverordnung halten. Die vermeintlichen Biogasanlagen dürfen aber ihre Wärme einfach mal so in den Himmel pusten. Dies dürfte nicht sein. Auf jeden Fall kann man hier nicht von "Bio"-Gas sprechen, da wertvolle Energie verschwendet wird. Solche Anlagen müssten laut Gesetz zu Wärmelieferung gezwungen oder dürften so gar nicht genehmigt oder gefördert werden. Das mittlerweile "schlechte" Licht der Biogasanlagen kommt von solchen überdimensionierten, unausgelasteten Anlagen, die rund um die Uhr gefüttert werden müssen, aber nur die Hälfte der eigentlich vorhandenen Energie liefern und die andere in die Luft pusten. Hier hat der Gesetzgeber eindeutig versagt. Kleinere Anlagen, die auch Wärme verkaufen, sind aus biologischer und auch finanzieller Sicht effektiver als solch riesige Dinger, die den Kühen das Futter "wegfressen" und damit den Futterpreis in die Höhe treiben. Was sich mit Sicherheit auch auf den Boden auswirkt, der bei den Großanlagen nicht mehr richtig zur Ruhe kommt und auch öfter gedüngt und geerntet wird. Hier geht's nicht mehr um den Umweltaspekt, was ja eigentlich der Sinn einer solchen Anlage ist, sondern nur um Profit, wobei die kleineren Anlagen das Nachsehen haben. Markus Neises, Meckel

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