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Katholische Kirche
Die Qualen der Täter

Zum Leserbrief „Beharrliches Schweigen“ über den Missbrauchsskandal und die Aufarbeitung in der katholischen Kirche (TV vom 23./24. März) schreibt Marian Modemann:

Ein wenig blauäugig scheint Dorothea Thul schon zu sein. Die heilige katholische Kirche tut so viel für die Missbrauchsopfer. Sie hat eine Studie (das ist etwas Wissenschaftliches) in Auftrag gegeben und redet immer wieder von ihr. Die Mitarbeiter der Bistümer (also die, die bis dato die Öffentlichkeit vor der Kenntnis solcher Verbrechen verschont haben – Kirchenfeinde sprechen von „Vertuschern“) haben die Autoren der „Studie“ unterstützt und ihnen aus den kirchlichen Archiven nur ausgewähltes Material zukommen lassen – damit die Autoren nicht so viel Arbeit haben.

Dieses Engagement der Kirchenleute nicht gebührend und vor allem demütig zu würdigen, ist in hohem Maße kirchenfeindlich, verstärkt die Qualen der Täter, ihre Gewissensbisse (theoretisch haben sie ein Gewissen). Macht es Ihnen Spaß, Frau Thul, die Armen so zu quälen?

Ist es nicht bewundernswert, wie Bischof Ackermann wiederholt viele  Worte gebraucht hat, ohne brutal die Wahrheit herauszuposaunen?

Und last not least, sogar der Papst, der Heilige Vater, der Stellvertreter Jesu Christi, hat glasklar den Täter beim Namen genannt: Der Teufel war’s.

Also, Frau Thul, jetzt wissen Sie, wie Sie sich zu benehmen haben.

Marian Modemann, Trier